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Straelen
Auf Pedalen die Heimat erkunden

Straelen: Auf Pedalen die Heimat erkunden
Hinein in den Frühling: Vom gewohnten Startpunkt aus, dem Parkplatz am Straelener Rathaus, machte sich der Verein Niederrhein auf zu seiner ersten Radtour des Jahres. FOTO: Klatt
Straelen. Seit fast 35 Jahren bietet der "Verein Niederrhein" Exkursionen in die Umgebung von Straelen an. Während der warmen Jahreszeit liegt der Schwerpunkt auf Fahrradtouren. Bei jeder Gelegenheit wird Geselligkeit großgeschrieben. Von Michael Klatt

Es ist wie ein Ruf der Befreiung, und er ist an diesem Nachmittag mehrfach zu vernehmen. "Alles will raus", heißt es aus dem Mund mehrerer Damen und Herren. Sie alle haben nach dieser Devise gehandelt, finden sich am ersten frühlingshaften Sonntag des Jahres mit ihren Fahrrädern auf dem Parkplatz hinter dem Straelener Rathaus ein. Der "Verein Niederrhein" hat zur ersten Radtour für 2018 eingeladen. Rund 20 Kilometer sollen in der Umgebung von Straelen zurückgelegt werden. Eine willkommene Gelegenheit, nach der langen Winterpause wieder aktiv zu werden.

Solche Gelegenheiten bietet der Verein Niederrhein Straelen seit beinahe 35 Jahren. 1984 wurde er vom damaligen und mittlerweile verstorbenen Stadtdirektor Willi Weikamp gegründet. Heimatpflege und Naturschutz zählen zu seinen Aktivitäten, Wanderungen und, in der warmen Jahreszeit, Fahrradtouren. Bei Städtetouren wird die engere Heimat auch schon mal verlassen.

Einkehr im Naturschutzhof zu Kaffee und Kuchen (v. l.): Bärbel und Gerd Schumacher, Wanderführerin Magdalena Frankewitz sowie Werner und Marlies Walters. Geselligkeit wird beim Verein Niederrhein bei allen Terminen im Jahresablauf großgeschrieben. FOTO: Klatt

166 Mitglieder zählt der Verein derzeit. 52 Männer und Frauen sind zum Start der Eröffnungsradtour im April 2018 gekommen. Eine sehr hohe Teilnehmerzahl. "Normalerweise sind, je nach Wetter, 20 bis 40 dabei", berichtet Vorsitzender Fritz Delbeck. Ganz selten, dass wegen allzu schlechter Witterung mal eine Tour ausfallen musste. Ein Problem sei, wie in vielen anderen Vereinen auch, das Alter. Viele Mitglieder seien über 70.

Doch diese Frühlingsfahrt wollen sich viele Senioren nicht entgehen lassen. Noch wissen sie nicht, dass es wesentlich mehr als die im Jahresprogramm angekündigten 20 Kilometer werden sollen. "Es geht zum Naturschutzhof am De-Witt-See", verrät Madgalena Frankewitz, die heute Wanderführerin ist, im Gespräch. Das werden bis zur Rückkehr in die Blumenstadt alles in allem ungefähr 45 Kilometer werden.

Pünktlich um 14 Uhr geht es los. Schnell zieht sich die Gruppe auseinander. "Das dürfte manchmal schwierig werden bei so einer langen Schlange", schwant dem stellvertretenden Vorsitzenden Peter Richarz. Besonders bei der Überquerung von Hauptverkehrsstraßen ist Vorsicht geboten. Zwei aus der Gruppe, ausgestattet mit orangefarbenen Warnwesten, sperren ab und sorgen so für eine sichere Überfahrt.

Entspannt geht es auf den Feld- und Wirtschaftswegen zu. Bald bilden sich kleine Grüppchen, Gespräche entwickeln sich. "Ich fühle mich in der Gruppe besser aufgehoben, weil ich so eine schlechte Kartenleserin bin", bekennt eine Frau. Eine andere preist die Vorzüge ihres neuen Fahrrads an. Fast alle sind mit E-Bikes unterwegs. Auf fünf Prozent schätzt der Vorsitzende den Anteil derer, die ausschließlich mit Muskelkraft voran kommen.

Über Sang und Alt-Broekhuysen geht es zur Blauen Lagune in der Wankumer Heide. Da ist die erste Rast. Trinken ist wichtig. Und auf einige Nachzügler muss auch gewartet werden. Und einige wollen es bei der Premiere nicht übertreiben. Sie kehren um und radeln die elf Kilometer zurück. Der große Rest setzt die Reise fort und erreicht nach weiteren zwölf Kilometern den Naturschutzhof.

"Hoffentlich bekommen wir einen Platz, das ist bestimmt voll", lautet die Befürchtung einiger. Doch die Sorge ist unbegründet. Jeder aus der großen Gruppe kommt zum Sitzen. Schnell sind Kaffee, Tee, Apfelschorle und Kuchen bestellt. Der gemütliche Plausch, teilweise bereits während des Radelns begonnen, geht an den Tischen munter weiter. Überhaupt wird Geselligkeit beim Verein Niederrhein bei den Terminen im Jahresablauf großgeschrieben.

Bei der Adventfeier zum Beispiel, bei der Grillfete oder jeden dritten Dienstag im Monat ab 15 Uhr im Café Krone am Straelener Markt. Dort heißt es dann "Keujer, Kuuk on Koffie", Zu den gemütlichen Gesprächen bei Kuchen und Kaffee, und nicht nur dazu, sind Gäste immer willkommen. Und vielleicht lässt sich der eine oder andere zum Beitritt bewegen.

Der Jahresbeitrag im Verein Niederrhein kostet 17 Euro für Einzelmitglieder und 24 Euro für Familien. Kontakt: Fritz Delbeck, Telefon 02834 8121, VN-Straelen@web.de

Quelle: RP
 
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