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Unsere Woche
Aufklärung gegen Alkohol

Geldern. Haben die Jugendlichen im Kreis Kleve ein Alkoholproblem? Diesen Schluss lassen die Zahlen des Statistischen Landesamts NRW nicht zu. Was aber schon auf den ersten Blick auffällt: Die Zahl junger Menschen, die wegen einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus gelandet sind, ist deutlich drastischer gestiegen als im Landesdurchschnitt. 111 Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis unter 20 Jahre waren betroffen. Heißt im Klartext: Alle drei Tage muss ein Jugendlicher im Kreis Kleve wegen einer Alkoholvergiftung behandelt werden. Das ist ein Zuwachs von 13,3 Prozent, in ganz Nordrhein-Westfalen waren es "nur" 0,29 Prozent. Übrigens: Vor allem unter Mädchen ist mit 20 Prozent ein deutlicher Zuwachs zu beobachten. Längst sind es eben nicht nur die pubertierenden Jungen, die exzessiv zum Alkohol greifen.

Wer glaubt, dagegen würden Verbote helfen, der muss nur ein Blick in die USA werfen. Amerikanische Jugendliche dürfen erst ab 21 Jahren zu Alkohol greifen - sie trinken Studien des US-Gesundheitsministeriums zufolge ähnlich regelmäßig wie deutsche Teenager. Die einzige Lösung kann also nur Aufklärung heißen. Im Elternhaus, im Schulunterricht. Das funktioniert beim Rauchen übrigens auch schon: Die Zahl der jugendlichen Raucher sinkt von einem Tiefststand auf den nächsten. Lichtblick: Ein Drittel der Jugendlichen zwischen zwölf und 17 Jahren hat noch nie getrunken. Im Jahr 2001 waren es lediglich 13 Prozent. Daran müssen wir anknüpfen.

ludwig.krause@rheinische-post.de

Quelle: RP
 
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