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Geldern
"Aufrüsten" gegen die Mückenplage

Geldern: "Aufrüsten" gegen die Mückenplage
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Geldern. Erst kam der Regen, dann kam die Wärme, und jetzt ist sie da: Die Mückenplage, die Experten schon vor Wochen vorausgesagt haben. Aber man kann sich gegen die Blutsauger wehren, die Auswahl der Mittel wird immer vielfältiger. Von Sina Zehrfeld

In der Gelderner Galenus-Apotheke verkaufen sich Lotionen, die die Blutsauger abschrecken sollen, und Mittel gegen den Juckreiz gerade hervorragend. Normalerweise fragten die Kunden häufiger vor Reisen nach so etwas, aber in diesem Jahr fänden die Leute wohl schon zu Hause keine Ruhe mehr, erklärt Mitarbeiterin Annegret Fohler: "Das ist schon auffällig in der letzten Zeit." Und dazu scheine es auch noch so zu sein, "dass die Stiche entzündlicher sind - also, dass sie dicker und größer werden."

Schuld ist nach Ansicht von Experten zunächst mal der milde Winter. Den haben generell mehr Insekten überlebt. Was für die vielen Mücken jetzt aber wirklich ausschlaggebend sein dürfte, sind die vielen Regenfälle der vergangenen Wochen, gefolgt von sommerlicher Wärme. Die zurückbleibenden Pfützen und flachen Wasserstellen sind das reinste Brutparadies für die Tiere.

Auch wenn es in Deutschland bislang noch höchst selten vorkommt, dass Krankheiten von Mücken übertragen werden: Lästig sind die Blutsauger allemal.

Aber die Menschen rüsten auf. Die Auswahl an Mitteln gegen Stiche und Juckreiz werde immer größer, führt Annegret Fohler aus. Das reicht von kühlenden oder kortisonhaltigen Cremes, die die Haut beruhigen, bis hin zu technischen Gerätschaften: Kleine Apparate werden mit einer Spitze, die sich erhitzt, auf den Stich gedrückt. Die Wärme soll die Reizstoffe neutralisieren. Brandneu hat die Apotheke Pflaster im Sortiment, unter denen der Juckreiz verschwinden soll.

Damit die Parasiten gar nicht erst zustechen, gibt es kleine Plastikfallen, die, in der Steckdose installiert, Lockstoffe verströmen. Und natürlich gibt es Mittel zum Auftragen auf die Haut, so genannte "Repellentien". "Ihr spezifischer Geruch soll insbesondere Stechmücken, aber auch Fliegen und andere Insekten vom Körper fernhalten", erklärt Ulrich Schlotmann, Pressesprecher der Apotheker im Kreis Kleve.

Repellentien sollte man immer frühzeitig, flächendeckend und lückenlos auftragen, aber nicht in die Nähe der Augen, Schleimhäute, Lippen oder der Nase, sagt er. Auf keinen Fall sollten sie auf frischen Sonnenbrand oder offene Wunden gebracht werden. Bei gleichzeitiger Anwendung von Sonnencreme sollte man erst diese und etwas später das Repellent anwenden. Viele Abwehrmittel muss man laut Gebrauchsanweisung nach einigen Stunden erneuern, auf jeden Fall aber ist der Schutz nach dem Duschen, Baden oder nach starkem Schwitzen futsch.

Bevor man sie für Menschen aus "Risikogruppen" wie Säuglinge und Kleinkinder, ältere und kranke Menschen benutzt, sollte man sich besser in der Apotheke beraten lassen, betont Schlotmann.

Recht unkompliziert kann die richtige Kleidung vor Stichen schützen. Empfohlen werden helle, körperbedeckende Sachen, die nicht zu eng anliegen. Außerdem wird geraten, auf Parfüm oder parfümierte Seife zu verzichten, häufiger zu duschen, um Schweiß abzuspülen, und abends möglichst nicht zu lüften. Klassiker, die das Schlafzimmer wirksam gegen summende Plagegeister abschotten: Mückenschutzgitter vor Fenstern und Türen sowie Moskitonetze über den Betten.

Quelle: RP
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