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Straelen
Auftakt zum Straelener Orgeljubiläum

Straelen. Hörenswertes Konzert mit Werken von Händel und Mozart in der Pfarrkirche St. Peter und Paul. Von Udo Spelleken

Das Auftaktkonzert zum 25-jährigen Orgelbestehen in der Pfarrkirche Straelen unter dem Motto "Voice meets Organ - Händel meets Mozart" begann mit dem schillernden "Einzug der Königin von Saba" von Georg Friedrich Händel in einer Orgelbearbeitung des Solisten Christian Vorbeck. Der 39-jährige Organist an St. Marien in Witten gestaltete das Stück mit tänzerischer Leichtigkeit und lebhaftem Überschwang. Mit beachtenswerter Registrierung wechselten refrainartig wiederkehrende Tutti-Teile mit solistischen oboenmäßigen Holzbläserpassagen ab. Eine einfallsreiche motivische Arbeit und nicht zuletzt die daherschreitende Bassstimme machten die Sinfonia zu einem munteren, gefälligen Stück, das die heiter-repräsentative Seite der Barockmusik widerspiegelte. Aus dem "Messiah" (HWV 56) sang die Sopranistin Katrin Stösel mit Orgelbegleitung die bekannte Arie "I know that my Redeemer liveth" (Ich weiß, dass mein Erlöser lebet) und "If God is for us, who can be against us". Sie vereinte in ihrer Stimme dramatische Kraft und ansprechende Wärme. Ihre Stimmproduktion war nahezu perfekt, ihre Linienbildung makellos. Mit "Fünf Stücke für die Flötenuhr" und dem "Halleluja" demonstrierte Vorbeck noch einmal die musikalische Vielfältigkeit in Händels Werken.

Mit zwei Werken "In diesen heil'gen Hallen" und "O Isis und Osiris" aus der Oper "Die Zauberflöte" eröffnete die Orgel den zweiten Teil des Programms, der Wolfgang Amadeus Mozart gewidmet war. Im "Laudate dominum" (aus "Vesperae solennes de confessore", KV 339) konnten die Zuhörer eines der herausragenden Kirchenmusikwerke der europäischen Musikgeschichte in einer erstklassigen Interpretation erleben. Der Psalm 117 wurde von Katrin Stösel mit wunderbarem Piano der Stimme, eleganter Dynamisierung und dramatischer Intensität vorgetragen. Die Motette "Exsultate, Jubilate" (KV 165) gelang der Sängerin in höchsten klaren Linien mit präzise geschliffenen Koloraturen.

Christian Vorbeck machte das "Allegro" aus "Eine kleine Nachtmusik" an der Orgel zu einer durch und durch spannenden, pulsierenden Interpretation ohne romantisierenden Schönfärberei. Da wurden Mittelstimmen in den Registern hörbar, da wurde man auf Details des meisterlichen Satzes aufmerksam. Kraftvoll wurden die Unisono-Fanfaren im ersten Satz dargeboten und so von den gesanglichen Passagen abgehoben. Mit der Ouvertüre zur Oper "Die Hochzeit des Figaro" ließ Vorbeck mit viel musikalischem Gespür, in dem er durch die flinken Läufe eilte und diese elegant ausphrasierte, ein gesanglich und instrumental erstklassiges Konzert ausklingen.

Quelle: RP
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