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Geldern
"Aus Euphorie" durch Dreck und Staub

Geldern. Im September ist die Band "Aus Euphorie" in Straelen, Kamp-Lintfort und Winnekendonk zu hören. Ein steiler Start für die fünf Jungs aus Kevelaer, die sich erst 2013 zusammengetan haben. Ihre Musik: Rapkustik. Von Bianca Mokwa

Kleve Die fünf Jungs von "Aus Euphorie" haben gut zu tun. Ihre "Dreck & Staub"-Tour 2015 eröffnen sie mit einem Auftritt bei Straelen Live am 5. September in der Gaststätte "Zum Goldenen Herzen". Eine Woche später spielen sie im Carthago in Kamp-Lintfort, die Woche drauf auf dem Anna-Fleuth-Festival in Winnekendonk. Das alles aus Freude an der Musik, oder eben: "aus Euphorie". Und im Oktober wartet das Regional-Finale-West des SPH-Bandcontest.

Die Musiker kommen aus Kevelaerer und sind auf schmerzhafte Weise zu ihrem Namen gekommen. Es passierte am Gartenhaus, ihrem Probenraum. "Da haben wir etwas richtig Gutes gespielt", erzählt Sänger Janes de Mür. Er war gerade draußen, drinnen lief das Musikstück: "Ich bin in die Luft gesprungen und habe mit übelst den Kopf gestoßen." Als die anderen ihn fragten, wie es zu dem Luftsprung kam, war seine Antwort: "Aus Euphorie". Der Bandname war geboren.

Der Song, der daraufhin entstand, ist jetzt meistens der Eröffnungssong bei Konzerten. "Einfach aus Euphorie, einfach aus Liebe zur Sache, was kann es Schöneres geben, als ein herzhaftes Lachen", tönt es den Boxen. "Worüber wir singen, ist das, was so los ist", sagt Gitarrist Andre Zwiener. "Unser Leben", bringt es Bassist Robin Kotzbach auf den Punkt. "Eigentlich wird nichts unberührt gelassen", ergänzt Thilo Meurs, der für die Percussion zuständig ist. Komplettiert wird die Band durch Alexander Hülse, den Gitarristen.

Janes ist der Mann für die Texte, unterstützt wird er von Andre. Gesungen und getextet wird in deutscher Sprache. "Englisch war nie ein Thema, weil ich darin nie so gut verpacken könnte, was ich im Kopf habe", sagt Janes. Die Gefühle, die er in Worte fasst, sind immer bedingt optimistisch. "Komme was wolle, ich verliere die Kontrolle über das ganze Chaos in meinem Kopf, is' schon okay", singen Andre, Janes und Robin ins Mikro. Es geht um Situationen, die jeder kennt, Gefühle, die jeder mal gefühlt hat - dabei zuzuhören ist wie ein Treffen mit guten Freunden.

Nächstes Jahr soll es eine CD geben. "Man hat einige Stunden investiert, um die Gedanken auf Papier zu bringen", sagt Janes, was hinter jedem einzelnen Lied steckt. Er findet: "Musik gehört nicht auf Papier, sondern auf CD." Sie muss hörbar sein. Auch die Gäste auf Konzerten fragten nach Tonträgern. "Die Leute sind sehr textsicher", berichtet Bassist Robin. "Vielleicht sind es auch gerade die deutschen Texte, die die Leute eher packen", sinniert Janes.

Bereits mit 15 Jahren war der heute 33-Jährige in der Freestyle- und Rapszene unterwegs. Auf Parkplätzen lieferte er sich Freestyle-Battles mit anderen musikbegeisterten Jugendlichen. Die Musik, die "Aus Euphorie" heute produziert, nennt sich "Rapkustik", also Rap mit akustischer Musik. Klingt gut, lädt zum Abfeiern ein.

Am Samstag, 17. Oktober, stehen die Jungs in der alten Feuerwache in Duisburg auf der Bühne. Sie haben es in das Regional-Finale West des SPH-Bandcontest geschafft. SPH ist ein Zusammenschluss von Musikern, die Nachwuchsarbeit leisten.

Karten gibt es für acht Euro bei den Bandmitgliedern. Sie zählen auch auf die Unterstützung der hiesigen Musikszene, denn wer im Contest weiterkommt, entscheidet zur Hälfte die Jury, zur anderen Hälfte das Publikum. Wer da eine gute Fanbase mitbringt, hat zumindest schon ein bisschen gewonnen. Also: Daumen drücken und eins der nächsten Konzerte der Jungs besuchen. Einfach so. Aus Euphorie.

Quelle: RP
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