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Geldern
Aus Meo wird Leo

Geldern. Um die junge Hauptrolle im geplanten Kurzfilm über Gelderns Geschichte zu besetzen, fand ein großes Casting statt. Die Wahl fiel auf den elfjährigen Meo Brauwers aus Veert. Von Christoph Kellerbach

"Wir wollen mit diesem Kurzfilm auf frische und unterhaltsame Art die Geschichte Gelderns zum Leben erwecken", erklärte Peter Wagener. Er und seine Kollegen vom Historischen Verein für Geldern und Umgegend gingen im Juli auf Filmemacher Thomas Binn zu, um gemeinsam das Projekt zu verwirklichen. "Wir haben den Entwurf für die Handlung hin und her geschickt. So war geplant, dass die Geschichte von den vier Gelderner Originalen, Spühl-Leen, Marälle Köbes, Thei Piepenühl und Tutemanes handeln sollte, die sich in einer Kneipe trafen", erinnerte sich Christel Sager vom Historischen Verein. "Aber mir fehlte da der emotionale Anker für das Geschehen", verriet Thomas Binn. "So kam ich auch auf die Idee, dass Leo Heuwels, der Sohn von Tutemanes, der auch ein Buch über seinen Vater geschrieben hat, dabei unter dem Tisch sitzt und das Ganze aus dem Off erzählt." Der Darsteller dieses Jungen wurde am Dienstag in der Lise-Meitner-Aula gecastet.

Der Arbeitstitel des etwa 20-minütigen Films ist "Leo und das alte Geldern". Ursprünglich hatten sich 27 Interessierte auf die Anzeige für die Rolle gemeldet. Daraus hatte Binn neun Kinder ausgewählt. Diese mussten nun auf der Bühne der Lise-Meitner-Aula eine kurze Szene spielen, damit man abschätzen konnte, wie sie nachher vor der Kamera wirken würden. "Es ist mir wichtig, dass der Junge natürlich wirkt. Gleichzeitig wollte ich, gerade weil es ja um die Geschichte von Geldern geht, ein Kind aus der Gegend für diese Rolle", sagt Binn. Am Nachmittag war klar, wer perfekt passte für den Part des Leo: Meo Manfred Brauwers (11) aus Veert.

Warum wollte er Teil von "Leo und das alte Geldern" werden? "So eine Chance bekommt man nur einmal im Leben", meinte Meo. "Es hörte sich nach einer interessanten Sache an." Hat er denn schon Erfahrung mit der Schauspielerei? "Ein bisschen", meinte er etwas zurückhaltend. "Ich habe schon in der Kirche beim Krippenspiel und beim Schultheater mitgemacht. Aber als Berufswunsch habe ich das jetzt noch nicht so." Was sind denn seine Lieblingsfilme? "Sowas wie Transformers. Actionfilme, mit den ganzen Explosionen!"

Die wird es zwar sehr wahrscheinlich nicht bei "Leo und das alte Geldern" geben, "doch dafür haben wir einen Drachen", meinte Thomas Binn schmunzelnd und Meo Brauwers wurde ganz aufgeregt: "Darf ich dann auch kommen, wenn das gedreht wird?" Binn nickte, und der Junge war begeistert. Hinter ihm saß seine Mutter, Mutter Miriam Jamnig-Brauwers: "Ich finde es super, dass Meo die Rolle bekommen hat. Ich bin einfach stolz auf meinen Sohn."

Thomas Binn will die Szenen mit Meo an zwei Wochenenden im November drehen. Die Premiere des Werks ist erst für Mitte 2018 angesetzt. Da der Großteil seiner Sprechtexte nachher als Off-Kommentar im Studio entstehen wird, möchte Binn auch eigentlich nicht, dass Meo zuvor das Drehbuch liest: "Die Sätze sollen so spontan wie möglich wirken", erklärte Binn, der noch eine abschließende Bitte an Meo Brauwers hatte: "Lass dir doch bitte die Haare bis zum Dreh wachsen. Das sieht dann so verwegen aus."

Meo konterte ganz cool: "So sehe ich immer aus!"

Quelle: RP
 
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