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Geldern
Bademeister Rudi Schaluppke am heimischen Beckenrand

Geldern: Bademeister Rudi Schaluppke am heimischen Beckenrand
Bademeister Rudi Schaluppke erklärte den Walbeckern. wie ein Bad zu funktionieren hat. FOTO: Gerhard Seybert
Geldern. Comedy-Premiere im Waldfreibad Walbeck mit Robbi Dawlik. Der übliche Konter an die Badbesucher: "Geht duschen!"

Was er den ganzen Tag so erlebt, schilderte Bademeister Rudi Schaluppke in köpernahen, weißen Badeshorts im Walbecker Freibad. Eigentlich sei er als Fachangestellter für Badebetriebe aus Köln-Zollstock Mädchen für alles: Animateur, Sonderpädagoge, Psychologe, Wellnessmanager, Stilberater, je nach Alter und Typ seiner Gäste. Wenn ihm der Geduldsfaden reißt, zeigt er seinem Gegenüber nicht die rote Karte, sondern kontert stets: "Geht duschen!"

Im Programm "10 Jahre unterm Zehner", bei Insidern auch "Acapulco-Tower" genannt, legte der Kölner so richtig los, spielte ausführlich mit den Klischees der Multi-Kulti-Szene der Kölner Metropole - vom Beckenrand aus betrachtet. Das Kopf-Kino der Besucher lief zwei Stunden lang auf Hochtouren. Etwa, wenn er Jugendlichen in Bermuda-Badeshorts darauf aufmerksam macht, dass die Boxershorts darunter als Funktionsunterwäsche nichts im Schwimmbecken zu suchen hat. Oder die 85-Jährige, die ihm im hippen Leoparden-Bikini mit bunter Blümchenbadehaube eindeutige Avancen macht. Wären da noch die jugendlichen Styler, Poser, Checker oder tätowierte ganzkörpergewachste Individualisten mit Vollbart. Flotte jugendliche Sprüche wie "Ich schwimm' hier schon seit immer" entgegnet Schaluppke, der schon aus Prinzip das letzte Wort hat: "Ich stand schon am Beckenrand, da war die Grammatik noch nicht erfunden."

Robbi Dawlik alias Schaluppke kennt sie alle: die Mütter mit hochbegabten Kindern, denen er nach dem Seepferdchen gleich das Totenkopfabzeichen abnehmen soll. Mütter, die Kuschelpädagogik im Schwimmunterricht fordern. Eigens dafür demonstrierte der Kölner den umfunktionierten blauen Frotteehandschuh "Theo". "Wir sind ja Dienstleister, und da halten wir uns zurück", ersparte sich der Comedian eines Kommentars, indem er sein Missfallen mit eindeutiger Körperhaltung ausdrückte - extrem herausgestreckter Hüfte.

André Fibach, der Bademeister, der in dieser Saison wirklich als Bademeister in Walbeck arbeitet, erkannte durchaus einige Szenen nahe an der Realität wieder. "Ja, ich habe auch solche Situationen. Besonders die Jugendlichen hat er gut getroffen", gibt er zu. Fragen wie: "Können Sie eigentlich schwimmen?" habe er auch schon beantworten müssen.

Schade eigentlich, dass so wenige Zuschauer sich das Live-Programm angesehen haben.

(mk)
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