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Geldern
Bald fünf neue Trinkwasser-Brunnen im Niger

Geldern. Erzbischof Pierre Laurent Lompo, der die Wallfahrt in Kevelaer eröffnet hat, berichtet über das Projekt.

Pierre Laurent Lompo benimmt sich anfänglich wie ein echter Popstar. Er kommt einige Minuten zu spät und braust schließlich ganz cool auf einem Motorrad heran. Der erste Eindruck von diesem Mann täuscht aber und verflüchtigt sich auch schnell. In Wirklichkeit ist der 48-Jährige äußerst bescheiden und menschennah. Das bringt schon sein Beruf mit sich. Lompo ist Erzbischof aus dem Niger und war in Wesel, um über den Fortschritt des Brunnenprojektes zu berichten, das er mit der Familie Seibt vom Erholungszentrum Grav-Insel vor exakt zehn Jahren ins Leben gerufen hat.

Der Erfolg des Projektes ist beachtlich. Mittlerweile sind im Niger 26 Brunnen gebaut worden. Der nächste ist bald fertig. Insgesamt sind 60 Brunnen geplant, um den Menschen ein besseres Leben zu ermöglichen. Jeder Brunnen allein liefert rund 25 000 Menschen täglich sauberes Trinkwasser. "Die Kindersterblichkeit in dem Land ist seit 2005 um 95 Prozent gesunken", sagt Frank Seibt.

Mit seiner Lebensgefährtin Tatjana Stillger führt er den Verein "Wir helfen Kindern weltweit". Dieser trägt in Kooperation mit der Aktion "Pro Humanität" aus Kevelaer das Projekt, durch das im Niger weitere Maßnahmen ergriffen werden konnten. So wurden unter anderem ein ambulanter Fahrdienst eingeführt und sogar eine Schule aufgebaut, die inzwischen als die beste des Landes gilt. "Sie wird bei uns nur die ,deutsche Schule' genannt", sagt Pierre Laurent Lompo, dessen große Leidenschaft das Motorradfahren ist und der am Wochenende in Kevelaer an der Motorradwallfahrt teilnimmt.

Der Erzbischof hat schon lange einen Bezug zu Deutschland. Als er sieben Jahren alt war, half ihm ein Entwicklungshelfer aus Bamberg, so dass Lompo zur Schule gehen konnte. 2000 kam er schließlich zum ersten Mal nach Deutschland. "Mir gefällt es hier immer sehr gut", sagt der 48-Jährige. Zu einem Camping-Urlaub auf der Grav-Insel ist es aber noch nicht gekommen. "Ich kann mir das aber vorstellen."

Bis dahin wird er weiterhin als Botschafter zwischen Deutschland und seinem Heimatland fungieren und auch in Zukunft über das Brunnenprojekt berichten. "Er kommt jedes Jahr zu uns. Es freut uns natürlich, wenn wir hören, dass jeder Cent dort ankommt und es den Menschen vor Ort somit ein bisschen bessergeht", sagt Frank Seibt.

(db)
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