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Geldern
"Bauchmuskelkater" beim Veerter Mundartabend

Geldern: "Bauchmuskelkater" beim Veerter Mundartabend
"De Gochse Klant" Jürgen Giesen mit einem Text von Franz Giesbers. FOTO: seybert
Geldern. Trotz eines Fußballspiels im Fernsehen begrüßte der noch "junge" Präsident der Geselligen Vereine, Leo Hellmann, viele "Freunde der Mundart" zum Plattdeutschen Abend im Saal der Gaststätte "Alt Veert". Er versprach "Bekanntes, Bewährtes und Beliebtes zum Lachen, Schmunzeln und Nachdenken". Die Tradition der alle zwei Jahre stattfindenden Abende begann 1988 mit "En Münke voll Platt", und das wird seitdem sehr gut angenommen. Von Liss Steeger

Nach der Einstimmung mit dem Heimatlied "In Veert doär hör ek t'hüß" führte Franz Allofs in bewährter lockerer Manier durch den Abend. Er gestand, "rattendoll" zu sein, was heute mit "happy" übersetzt würde. Selbst hatte er sich zwei besinnliche Stücke von Hermann Pottbecker ausgesucht: "Bei 'De jongen Dag' und 'Ens trock de Niers' hat der Heimatdichter in der Natur Dinge gesehen, die wir nicht vermutet hätten." Später nahm er noch einen "Guje Root" von Käthe Deloy an: "En gujes Werk is so seeker wie et Amen in de Kerk."

Auch "de Gochse Klant" Jürgen Giesen gehört zum "feinen Blumenstrauß der Plattsprääkers". Mit "Es kieke watt den heiligen Mann mekt" und "Off se well t'üß es?" hatte er kleine Beiträge mit katholischem Hintergrund zum Schmunzeln. Auch Leni Kaysers suchte mit "Die Glocke" (Hubert Gehlen) und "Et Ovendgebett" (Heinz Dahmen) Trost "bei den Lieven Heer". "Dat de Mannslüj ok wie Blaagen sin", erklärte Anni Ehren mit "Die Riefkückskes".

Renate Rievers aus Kevelaer bedauerte die fehlenden "Krüjwages op de Kerkhoff". Ortsvorsteher Heinz Manten wollte das Publikum "tröckversätte" in Wirtschaftswunderzeiten und begann mit seinem ersten Schultag im April 1950. Auswendig trug Matthias Post sein eigenes Gedicht "Dätt Büffke" vor und erntete dafür viel Applaus. Davon erhielt auch Franz-Josef Mandel eine Menge, der als "Pensionär" mit dem Bau von "Mössenhüüs" in Produktion gehen wollte. Zusätzlichen Zwischenapplaus bekam Lena Lenzen für ihren Beitrag "Mett füff Mark bess du dorbey".

Beim beliebten Mundartquiz mussten insgesamt 14 plattdeutsche Begriffe ins Hochdeutsche übersetzt werden. Dazu gehörten Gaapmulleke (Löwenmäulchen), kwoj (böse), Tut (Tüte), Schottelplack (Spültuch), Gerfkamer (Sakristei). Eine der Gewinner, die fast alles richtig hatte, war Käthe Klümpen.

"Son Liedche is immer wieder schön", meinte Franz Allofs zwischendurch, als sich bei ihm schon Bauchmuskelkater ankündigte. Gemeinsam mit Heinrich "Heini" Valentin" saß das Publikum "Hoch auf dem gelben Wagen", denn "Heut' geht es an Bord", "Wenn die bunten Fahnen wehen". "Ich weiß nicht, was soll es bedeuten" passte als Liedtext nicht, weil das Publikum alles verstand und sehr begeistert war.

Zum Abschluss wurde sogar noch ein Theaterstück "Der große Einkauf" vorgeführt. Die Akteure Dieter Bestgen, Lena Lenzen und Silvia Böhm mussten nur wenig von Leni Kaysers unterstützt werden.

Quelle: RP
 
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