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Geldern
Bauprojekt "Alte Polizei" auf der Kippe

Geldern: Bauprojekt "Alte Polizei" auf der Kippe
Quer über das große Brachgelände an der B 58 fällt der Blick aufs Adelheid-Haus. Auf diesem Gelände soll ein großer Bau entstehen, den die Caritas anmieten und nutzen will. Derzeit ist offen, ob das Projekt noch realisiert wird. FOTO: Seybert
Geldern. Das Areal an der B 58 liegt seit Sommer 2015 brach. Verliert die Caritas jetzt das Interesse am geplanten Neubau ? Von Sina Zehrfeld

Nichts tut sich auf dem großen, öden Gelände der ehemaligen Polizei an der Bundesstraße 58. Auf dem Baugrundstück in guter Lage an der Ecke Stauffenbergstraße, schräg gegenüber dem Adelheid-Haus, sollte ein großer Neubau für die Caritas errichtet werden - für Tagespflege und barrierefreie Wohnungen. Bislang wurde da aber gar nichts errichtet, abgesehen von einem Baustellenklo. Und jetzt sieht es sehr danach aus, als würde sich das so schnell auch nicht ändern: Nach Informationen der Rheinischen Post aus unterrichteten Kreisen möchte die Caritas aus dem Neubau-Projekt aussteigen.

Die Caritas bestätigt das nicht, aber Begeisterung für die Sache hört sich anders an: "Wir sind in Gesprächen mit dem Investor, ob wir es noch gemeinsam hinkriegen, das Projekt zu realisieren", sagt Sprecher Tobias Kleinebrahm zurückhaltend. Er rechnet damit, dass es binnen der nächsten Wochen zu einer Entscheidung kommt. Grund für die Diskussionen seien die Bauverzögerungen: "Der Investor hat die Zeitpläne mehrfach ändern müssen", so Kleinebrahm.

Keinesfalls gebe es den Gesprächsbedarf, weil die Caritas selbst ihre Vorstellungen und Ziele für ihre zukünftigen Angebote neu festgelegt habe. "Die inhaltliche Ausrichtung hat sich für uns nicht geändert", versichert Kleinebrahm. "Wir sind nach wie vor daran interessiert, eine Tagespflege zu realisieren." Ebenso sehe die Caritas "nach wie vor Bedarf an barrierefreiem Wohnraum in Geldern", auch daran habe sich nichts geändert.

Als Vertreter der Investorengemeinschaft, die aus mehreren Akteuren besteht, sitzt Stefan Boßmann aus Kevelaer am Verhandlungstisch. Er sagt: "Es ist nach wie vor beabsichtigt, das Gebäude zu bauen." Die frühere Bauzeitplanung sei lediglich wegen "veränderter Förderbedingungen für energieeffizientes Bauen" überarbeitet worden. "Dies ist bei Projekten dieser Größenordnung ein normaler Vorgang, da die Nutzung von Fördermitteln Bestandteil der Finanzierung ist", so Boßmann weiter. Die Fertigstellung der Gebäude sei "nach der aktualisierten Planung" im Mai 2017 möglich.

Durch den langen Stillstand sind Spekulationen um sachliche oder genehmigungsrechtliche Schwierigkeiten aufgekommen, die sich rund um das Vorhaben ergeben haben könnten. Aber diese sind laut Architekt Engelbert Hanßen völlig haltlos. "Wir könnten aus dem Stand bauen", sagt er. Die Baugenehmigung sei da, "es gibt überhaupt keine technischen Probleme".

Für die Fertigteile, mit denen das Gebäude hochgezogen werden sollte, seien sogar schon Aufträge vergeben worden. Dann habe sich zwischen den Investoren und der Caritas offenbar jener "Klärungsbedarf" ergeben: "Jetzt liegt das erstmal auf Eis, bis das Ergebnis feststeht."

Erschwerende Umstände - etwa der, dass sich bei der Ausschachtung eines Kellers Wasser in der Baugrube sammeln würde - seien vielleicht etwas anspruchsvoller zu lösen, aber mehr auch nicht.

Dass in den vergangenen Tagen bereits ein Bagger auf dem Gelände zu sehen war, hat nichts mit dem Bauprojekt zu tun. Es handelte sich um Arbeiten der Stadtwerke.

Quelle: RP
 
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