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Straelen
Bei Börchers machen Krankheiten Spaß

Straelen: Bei Börchers machen Krankheiten Spaß
Die Deutschen sind Europameister bei den Arztbesuchen. Ingo Börchers griff das in seinem Programm auf. FOTO: Hertgen
Straelen. Der Kabarettist präsentiert sein Programm "Ferien auf Sagrotan" im Straelener Forum. Witziger Galopp durch das Gesundheitssystem. Von der Impfung der Kinder bis zur alternden Gesellschaft war alles dabei. Von Yvonne Theunissen

Bereits zum vierten Mal gastierte Kabarettist Ingo Börchers auf Einladung des Kulturrings in Straelen. Er präsentierte sein aktuelles Programm "Ferien auf Sagrotan" im Forum des Straelener Gymnasiums.

Darin nahm er als bekennender Hypochonder Ärzte, Krankheiten, Medikamente, Beipackzettel und Nebenwirkungen ganz genau unter die Lupe. In rasantem Tempo galoppierte er mit cleverem Wortwitz und gekonnten Überleitungen durch das gesamte Gesundheitssystem und erntete nicht nur viele Lacher, sondern auch zustimmendes Kopfnicken.

Zunächst stellte der Künstler seine Herkunft klar: "Bielefeld liegt nicht im Rheinland. Wenn ich an Karneval denke, denke ich nicht an die Hände zum Himmel, sondern an Tröpfcheninfektion." Denn für Börchers gibt es immer wieder Situationen, "da geht mir die Sprühflasche in der Tasche auf".

So beschrieb der Kabarettist gestenreich seine Bemühungen, sich auf einer öffentlichen Toilette die Hände mit Seife zu waschen, um dann zu sehen, wie der Vordermann die Tür mit ungewaschenen Händen öffnet.

Weitere Themen auf Börchers' persönlicher Gesundheitsagenda waren die Impfungen der Kinder, der gemeinsame Urlaub mit dem Bully, die Einnahme von Pille und Viagra, der Einfluss des Namens auf die Einschätzung der anderen und vieles mehr.

In die zweite Hälfte des Abends startete Börchers mit Informationen zur Geschichte der Toilette: "Er hat das große Latrinum erworben und darf sich Klugscheißer nennen." Was Arztbesuche angehe, seien die Deutschen Europameister. Ausführlich ging er auf die Unterschiede zwischen Schul- und Alternativer Medizin ein und prangerte die mangelnde Kommunikation zwischen Arzt und Patient an.

Nach einem Exkurs zu den Nahrungsmitteln ging es direkt zu den Themen Alzheimer und sogar Tod: "Wir wollen alt werden, aber nicht alt sein." Solidarität mit alten Menschen sei wichtig: "Wir brauchen eine Gesellschaft, die nicht nur alt, sondern sichtbar alt ist." Die Senioren bräuchten "ein achtsames, geduldiges, liebevolles Umfeld", aber "wie schnell wird aus betreutem bereutes Wohnen".

Und zum Schluss lieferte Börchers noch eine Erklärung: "Mein höllisches Tempo hat strategische Gründe. Ich habe eine CD aufgenommen."

Der Kleinkünstler verabschiedete sich von den Besuchern im Forum freundlich: "Sie waren ein tolles Publikum. Wenn ich die Wahl hätte zwischen Ihnen und vier Wochen Bahamas, ich würde Sie doch sehr vermissen."

Quelle: RP
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