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Geldern
Beim Autokauf um das Ersparte gebracht

Geldern: Beim Autokauf um das Ersparte gebracht
Noch steht das Angebot im Internet. Andre und Eileen zeigen die Anzeige, in der sie ihren Traumwagen zum guten Preis fanden. Am Ende wurden sie um ihr Geld betrogen. FOTO: van Offern
Geldern. Ein Paar aus Kapellen wurde betrogen. Der Verkäufer ihres Traumautos hatte gestohlene Blankopapiere perfekt gefälscht, das Fahrzeug war ein Leihwagen. Das Geld ist weg. Die jungen Eltern sind verzweifelt. Von Dirk Möwius

Die Suche nach dem Traumauto entwickelte sich für ein junges Paar zum Alptraum. Andre aus Sonsbeck und Eileen aus Kapellen, junge Eltern, hatten lange gespart, um sich den Wagen leisten zu können. Am Ende fielen sie im Internet und beim persönlichen Treffen auf einen gerissenen Betrüger rein, der sie um ihr Erspartes brachte.

Beim Anbieter mobile.de fanden die beiden das perfekte Auto. Ein VW Golf 7 in der Lounge Edition. Fast drei Jahre lang hatten sie Geld auf die Seite gelegt, um sich so einen Wagen leisten zu können. Den im Vergleich günstigen Preis erklärte der Verkäufer am Telefon damit, dass er den Wagen schnell abgeben müsse, weil seine Partnerin Zwillinge erwarte und ein größeres Fahrzeug her müsse. Er pendle zwischen Stuttgart und Düsseldorf, sei selbstständiger Schraubenverkäufer bei Obi. Man verabredete sich auf dem Parkplatz des Baumarktes in Düsseldorf.

Andre war durchaus vorsichtig. Er kontrollierte die Papiere genau, sah sich den Ausweis des sich Josip Lasic nennenden Verkäufers an, schaute nach der Fahrgestellnummer. Alles passte. Am Ende übergab der Verkäufer die Papiere und den Schlüssel, 15.000 Euro in bar wechselten den Eigentümer. Den fehlenden zweiten Schlüssel habe er zuhause, er werde ihn mit der Post schicken, erklärte der Betrüger dem Paar.

Der Schock kam bei der Ummeldung. Auf dem Straßenverkehrsamt stellten die Mitarbeiter fest, dass es sich bei den Papieren um originale Blankoformulare handelt, die in Lüdenscheid gestohlen worden waren. Eine für Laien nicht erkennbare perfekte Fälschung. Der Golf war bei MS Rent a car in Stuttgart gemietet worden. Das Fahrzeug wurde sichergestellt. Ohne Geld und ohne das für den Beruf dringend benötigte Fahrzeug kehrten Andre und Eileen nach Kapellen zurück. Der 27-Jährige: "Wir wissen nicht mehr weiter. Für eine Woche habe ich mir jetzt für die Fahrt zur Arbeit und für Arztbesuche mit dem Kleinen ein Auto geliehen. Aber was kommt dann?"

Die Polizei kenne ähnliche Fälle, nicht unbedingt am Niederrhein. Und wenn Andre sich die aktuellen Angebote im Internet anschaut, erkennt er schnell Angebote, die angesichts des günstigen Preises und der Modellwahl wohl von den gleichen oder ähnlich arbeitenden Betrügern stammen. Geringe Hoffnung mag es jetzt noch geben, über mobile.de an Daten der Betrüger zu kommen. Zudem prüft ein Rechtsanwalt, ob nicht doch ein Anspruch auf den Wagen bestehen könnte. Vor allem möchten sie aber auch andere warnen, auf diese Betrugsmasche hereinzufallen.

Der Betrüger war sogar noch so abgebrüht, dass er das junge Paar kurz nach der Übergabe anrief und nachfragte, ob mit dem Wagen denn auch alles in Ordnung sei. Unter der gewählten Mobilfunknummer meldet sich nun allerdings niemand mehr.

Wer dem jungen Paar helfen möchte, kann unter nachtigall2005@web.de Kontakt aufnehmen.

Quelle: RP
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