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Geldern
Beirat macht Weg für Mastanlage frei

Geldern. Das Fachgremium der Unteren Landschaftsbehörde sieht mehrheitlich gute Argumente, den Bau im Landschaftsschutzgebiet zu gestatten. Von Stefan Gilsbach

Der Bau einer Rindermastanlage auf den Schaephuysener Höhen ist so gut wie beschlossene Sache. Wie die Sprecherin der Kreis Kleves, Ruth Keuken, mitteilt, hat der Beirat der Unteren Landschaftsbehörde das Vorhaben gebilligt. Diese Runde aus Vertretern von Berufs- und Naturschutzverbänden empfiehlt für den Bau der Mastanlage eine "Befreiung" nach dem Bundesnaturschutzgesetz. Denn der Höhenzug ist Landschaftsschutzgebiet.

Als die Pläne öffentlich wurden, gab es daher bestürzte Reaktionen von Bürgern und aus der örtlichen Politik. Vor allem die Fraktion von Bündnis 90/Grüne ist der Meinung, dass der Schutz der Landschaft auf dem Höhenzug Priorität hat.

Doch die Untere Landschaftsbehörde des Kreises hält eine Ausnahme für sinnvoll, denn "die Versagung einer Befreiung eine unzumutbare Belastung darstellen, da dadurch die notwendige Entwicklung eines landwirtschaftlichen Familienbetriebes" unterbunden werde. Diesem Argument aus der Verwaltungsvorlage für die Beiratssitzung schloss sich die Mehrheit an. Die Vertreter der Naturschutzvereine BUND und Nabu stimmten gegen den Bau. Adalbert Niemers sitzt für den BUND in dem Beirat. Der Emmericher ist über die Entscheidung nicht glücklich: "Aus unserer Sicht darf die Befreiung in diesem Fall nicht erteilt werden." Es hätten in den Unterlagen etwa Details über die Anzahl der Tiere gefehlt. "Aber leider haben wir als Naturschützer keine gute Position im Gremium und werden oft überstimmt."

Das frustriert Niemers schon seit längerem. Er fragt sich, "ob es überhaupt noch einen Zweck" habe, sich zu engagieren. "In der Praxis setzen sich die wirtschaftlichen Interessen durch."

Josef Peters, Vorsitzender der Kreis Klever Bauernschaft, hatte ebenfalls an der Sitzung teilgenommen. "Wir sind der Empfehlung der Verwaltung gefolgt, auch die Prüfung der Umweltverträglichkeit war positiv, warum hätten wir die Befreiung ablehnen sollen?", meint er. Die Familie des Landwirtes aus Schaephuysen habe das Ergebnis mit großer Erleichterung aufgenommen.

Die Beschwerden der Naturschützer kann Peters nicht nachvollziehen: "Der Nabu ist gegen alles! Würde mich nicht wundern, wenn er jetzt noch klagen würde."

Die Entscheidung des Beirates wird laut Kreispressesprecherin Ruth Keuken nun nicht mehr in einem politischen Gremium des Kreises wie Ausschüssen oder dem Kreistag beraten. "Es ist ein laufendes Geschäft der Kreisverwaltung, lediglich die üblichen Beteiligungen werden noch geprüft."

Rheurdts Bürgermeister Klaus Kleinenkuhnen äußert sich zu der Entscheidung zurückhaltend. "Wir sind als Verwaltung darüber informiert worden", sagt er, ohne das Ergebnis zu bewerten.

Frank Hoffmann, Fraktionsvorsitzender der Grünen in Rheurdt, sieht die Sache der Naturschützer noch nicht verloren. "Unsere Kreistagsfraktion hat nun einen Prüfantrag an die Bezirksregierung gestellt", erläutert er.

Die Behörde soll entscheiden, ob dem Naturschutz genüge getan wurde. "Auf diese Stellungnahme warten wir nun."

Quelle: RP
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