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Geldern
Beistand für die Feuerwehrleute

Geldern: Beistand für die Feuerwehrleute
Immer wieder werden die Feuerwehrleute zu Unfällen gerufen. Manchmal müssen Schwerverletzte aus den Wracks befreit werden. FOTO: Schulmann
Geldern. Nach belastenden Einsätzen wie bei Unfällen oder zurzeit bei den Unwettern werden die Helfer nicht allein gelassen. Koordiniert wird das Team der ökumenischen Notfallseelsorge von Diakon Berthold Steeger aus Wetten.

Schwere Unwetter haben in der Nacht zu Donnerstag in den Kreisen Wesel und Kleve gewütet, in vielen Städten und Gemeinden waren und sind die Feuerwehren im Dauereinsatz. Den freiwilligen Helfern zur Seite stehen Seelsorger, denen sich die Feuerwehrleute anvertrauen können, wenn sie mit den Erlebnissen nicht zurecht kommen.

Diakon Berthold Steeger aus Wetten ist Koordinator der ökumenischen Notfall-Seelsorge im Kreisdekanat Kleve. "Der Einsatz beim Unwetter", erklärt er, "ist für die Feuerwehrleute vor allen Dingen körperlich belastend. Die Löschzugführer achten darauf, dass die Kameraden rechtzeitig abgelöst werden." Es sei selbstverständlich, dass man sich bei solchen Einsätzen auch gegenseitig helfe. Die seelische Belastung kann, sagt Steeger, bei Wettereinsätzen unterschiedlich sein. Wenn, wie im Kreis Kleve, Keller ausgepumpt werden, ist sie nicht meist nicht besonders hoch. Im Kreis Wesel, wo Katastrophenalarm ausgelöst wurde, könne das schon anders aussehen.

"Die Feuerwehrleute bekommen bei ihren Einsätzen manchmal ganz andere Dinge zu sehen", erklärt Steeger. Tödliche Unfälle etwa könnten schwer auf einigen Kameraden lasten. Dann ist auch für sie der Notfallseelsorger da, der sich nicht nur um Opfer und Angehörige von Unglücken kümmert, sondern auch um die Helfer. "Das wird in Anspruch genommen", betont Steeger. Die Zeiten, in denen insbesondere die Feuerwehrmänner über ihre Erlebnisse geschwiegen hätten, seien vorbei.

Schon während der Ausbildung würden angehende Feuerwehrleute im psychosozialen Unterricht auf schlimme Situationen vorbereitet. "Einige von den jungen Kameraden sehen bei einem Einsatz vielleicht zum ersten Mal einen Toten", erklärt der Seelsorger. "Dabei kann es zu unterschiedlichen Reaktionen kommen, das ist ganz normal. Das macht etwas mit den Menschen."

Oft sind die Notfallseelsorger dann schon während des Einsatzes mit vor Ort, um Hilfe leisten zu können. Ansonsten gibt es unmittelbar nach der Rückkehr eine Einsatznachbesprechung, bei der die Erlebnisse aufgearbeitet werden können. Die Gespräche würden "mit einer großen Ernsthaftigkeit" geführt, sagt der Diakon. "Man merkt, dass die Kameraden einander zuhören, und vieles wird dann schon im Gespräch gelöst." Steeger: "Selbstverständlich hat jeder die Möglichkeit, sich in einem vertraulichen Einzelgespräch an mich oder meine Kolleginnen und Kollegen zu wenden."

Das Team der ökumenischen Notfallseelsorge im Kreis Kleve besteht aus rund 35 speziell ausgebildeten katholischen und evangelischen Seelsorgerinnen und Seelsorgern. Für die Betroffenen ist der Dienst kostenfrei und unabhängig von der Religions- oder Konfessionszugehörigkeit.

Weitere Informationen über dieses Hilfsangebot gibt es auf der Seite www.notfallseelsorge-kleve.de im Internet.

Quelle: RP
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