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Issum
Benefizradler überqueren die Alpen

Issum. Mit dem Mountainbike sind Thomas Daemen aus Issum und sein Kollege Torben Mols aus Moers von Bayern über Österreich zum Gardasee gefahren. Dafür bekommen sie nun mehr als 3000 Euro Spenden für misshandelte Kinder. Von Antje Seemann

In der vergangenen Woche sind Thomas Daemen aus Oermten und Torben Mols aus Moers mehrfach nah an ihre Grenzen gegangen. Innerhalb von nur sechs Tagen haben sie mit dem Mountainbike zusammen mit 19 weiteren Sportlern die Alpen überquert. Dabei hat der Oermter mehr als 600 Kilometer und fast 7000 Höhenmeter überwunden. "Die Tour war super", freut sich Daemen. "Aber einmal bin ich über die Grenze weggegangen.Bei einer sehr steilen Steigung - das war schon hart." Doch am Ende hat sich das Durchhalten gelohnt: Nicht nur sportlich war die Tour für die beiden Niederrheiner ein Erfolg. Gleichzeitig haben sie mit jedem gefahrenen Kilometer Spenden gesammelt, und zwar für den Deutschen Kinderverein mit Sitz in Essen.

Der Verein hilft körperlich und sexuell misshandelten Kindern. Dabei bringt er vor allem das Thema in die Öffentlichkeit und unterstützt zum Beispiel Gewaltambulanzen. Von den Spendern für ihre Aktion bekommen die Benefizradler vom Niederrhein insgesamt mehr als 3000 Euro. Die Stiftung "Zuversicht für Kinder" legt das Doppelte noch mal oben drauf.

Eine gemütliche Spazierfahrt war die Alpenüberquerung mit dem Mountainbike natürlich nicht. Vor allem beim Start im bayrischen Füssen hätte das Wetter besser sein können, sagt Thomas Daemen: "Bei zwei Grad, Dauer- und Starkregen und Wind wird es auf dem Rad ganz schön kalt. Vor allem beim Bergabfahren. Wir waren innerhalb von einer Stunde komplett nass und mussten dann noch sieben Stunden fahren." Wegen des Regens waren einige Wege dann so zugeschlammt, dass die Mountainbiker nicht dort lang fahren konnten und ausweichen mussten. Aber der Zusammenhalt der Gruppe war so groß, dass Aufgeben gar nicht infrage kam. Und je näher die Mountainbiker Italien kamen, desto besser wurde auch das Wetter. "32 Grad und Sonnenschein. Das war dann schon fast zu heiß. Aber zum Glück gibt es in Südtirol genug Trinkbrunnen", berichtet Daemen und lacht.

Dass sie die Tour auf jeden Fall schaffen, daran hat Daemen nicht gezweifelt. Doch neben dem Wetter und der körperlichen Herausforderung waren Stürze bei vielen Mountainbikern ein Problem, sagt er: "Ich hab' da Glück gehabt. Einmal musste ich über den Lenker springen, weil sich der Vorderreifen in Steinen verhakt hatte. Aber einer ist so gestürzt, dass danach das Fahrrad kaputt war. Er musste sich dann ein neues besorgen."

Das Rad des Oermters hat gehalten. Dann mussten nur noch die Muskeln mitmachen. Dass sie das tatsächlich schaffen, dafür haben Mols und Daemen vorher hart trainiert. Daemen: "Besonders mein Po hat Probleme gemacht. Am Anfang hatte ich den Sattel noch falsch eingestellt, das hat schon sehr wehgetan". Hinzu kam noch die eine oder andere Stelle, die angefangen hat zu zwicken. Umso verdienter war es am Ende, endlich in Riva am Gardasee ins Wasser zu springen. Also Abkühlung, sagt der 50 Jahre alte Daemen. "Wenn ich jünger wäre, würde ich die Tour noch einmal machen. Ich kann die jeden wirklich nur empfehlen. Das war eine tolle Erfahrung."

Quelle: RP
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