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Ulrich Schlotmann
Beratung zum Sonnenschutz

Geldern. Der Pressesprecher der Apotheker im Kreis Kleve erläutert, wie man in der heißen Jahreszeit Hautkrebs vorbeugen kann und seine Haut schützt.

Im Sommer ist ein sorgfältiger Sonnenschutz besonders wichtig. Woher weiß ich, welchen Lichtschutzfaktor meine Haut benötigt?

Ulrich Schlotmann Welchen Lichtschutzfaktor man braucht, ist von dem Hauttyp, der Eigenschutzzeit der Haut sowie der Länge des Sonnenbades und der Intensität der Sonne abhängig. Die fachkundige Bestimmung des jeweiligen Hauttyps und eine gezielte Beratung sind wichtig für die Wahl des richtigen Lichtschutzfaktors. Das übernehmen wir Apotheker.

Welcher Hauttyp tritt den bei den Deutschen am meisten auf?

Schlotmann Von den sechs Hauttypen gehört die Mehrheit der Deutschen dem sehr lichtempfindlichen nordischen Typ oder Phototyp II an. Hier beträgt die Eigenschutzzeit 10 bis 20 Minuten. Nach Ablauf dieses Zeitraums reagiert die Haut mit einer Rötung und Hautschäden können entstehen. Multipliziert man nun den auf einem Sonnenschutzmittel angegebenen Lichtschutzfaktor (LSF) mit der Eigenschutzzeit der Haut, erhält man die Zeitspanne in Minuten, die man sich mit Sonnenschutz maximal in der Sonne aufhalten darf. Die rechnerische Dauer sollte jedoch nur bis zu 60 Prozent aufgereizt werden.

Hält der Lichtschutzfaktor das, was er verspricht oder sollte man sich nicht darauf verlassen, was auf der Verpackung steht?

schlotmann Das hängt davon ab, wie reichlich und gleichmäßig die Haut mit dem Sonnenschutzmittel eingecremt wird. Ein Erwachsener sollte durchschnittlich mindestens 36 Gramm (entspricht etwa drei Esslöffeln) Sonnenschutzmittel verwenden, um sich von Kopf bis Fuß einzucremen. Einmal üppig eincremen bietet einen besseren Schutz über den Tag, als mehrmals sparsam auftragen.

Kann es passieren, dass sich die Wirksamkeit des Sonnenschutzes verringert?

schlotmann Schweiß, Sand, Wasser und Trockenrubbeln mit dem Handtuch können die Wirksamkeit des Sonnenschutzes deutlich schädigen. Daher sollte man mehrmals am Tag nachcremen, auf jeden Fall nach jedem Abtrocknen. Dabei ist allerdings zu beachten, dass das Nachschmieren die Schutzwirkung nur aufrecht erhält und keinesfalls verlängert.

Wie lange kann man sein Sonnenschutzmittel denn tatsächlich aufbewahren?

schlotmann Sonnenschutzmittel behalten nach Anbruch der Verpackung etwa ein Jahr lang ihre Wirkung. Danach lässt der Schutz zunehmend nach. Deshalb sollten Sonnenschutzmittel aus dem Vorjahr aussortiert werden.

Warum ist ein Sonnenbad für Menschen, die Krankheiten haben oder Arzneimittel einnehmen, besonders gefährlich?

schlotmann Menschen mit Neurodermitis und bestimmten Allergien benötigen in der Regel Spezial-Sonnenschutzpräparate. Dies gilt insbesondere auch für Menschen, die sich nach Maßgabe des Arztes besonders gut vor weißen Hautkrebs schützen sollen. Einige Arzneimittel wie zum Beispiel Antibiotika oder Entwässerungsmittel, die zur Blutdrucksenkung eingesetzt werden, können die Sonnenempfindlichkeit der Haut erhöhen oder unter UV-Einwirkung Hautreaktionen auslösen.

DIE FRAGEN STELLTE SARAH NEUBAUER

Quelle: RP
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