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Rp-Serie Die Kandidaten
Bernd Deckers: Eroberer aus Oermten

Fotos: Das sind die Bürgermeisterkandidaten fürs Gelderland
Fotos: Das sind die Bürgermeisterkandidaten fürs Gelderland
Geldern. Der 45-Jährige stellt sich am 13. September bei der Bürgermeisterwahl als unparteiischer Kandidat. Bei Hausbesuchen hört er den Wählern zu. Verwechslungen mit seinem Namensvetter Hans-Theo Deckers versucht er entgegen zu wirken. Von Bianca Mokwa

Oermten Bei Goethe klingt es so: "Dieses Baumes Blatt, der von Osten meinem Garten anvertraut", wenn der große Dichter über den Gingko biloba schreibt. Viel Zeit hat der Oermtener Bernd Deckers gerade nicht, um sich seinem Gingkobaum im Garten zu widmen. Um fünf Uhr beginnt sein Tag, nach der Arbeit als Verwaltungsangestellter für Verkehrsmanagement in Düsseldorf ist erst einmal Wahlkampf angesagt.

Bernd Deckers ist einer von insgesamt vier Kandidaten, die als Bürgermeister in das Issumer Rathaus einziehen wollen. Privat hat er alle drei Ortsteile durchlaufen. In Oermten ist er aufgewachsen, in Issum zur Grundschule gegangen und für den SV Sevelen hat er gekickt. "Gegen Issum habe ich Fußball gespielt. Wir haben auch mal gewonnen", sagt er lachend. Für den SV Sevelen war er Bambini-Trainer. Seine beiden Söhne sind immer noch dort, der eine außerdem in der Jugendgruppe des Nabu, der andere in der Oermtener Bruderschaft. Die Vereine und Interessengemeinschaften zu unterstützen, sich zugehörig fühlen, das wolle er als Bürgermeister, sollte er es werden, fördern.

Drei der Kandidaten sind übrigens Gladbachfans. "Ich steh' dazu", sagt Bernd Deckers. Auf die Frage, ob er sich denn mit den anderen Gladbachfans und Bürgermeisterkandidaten im Stadion ein Spiel ansehen würde, muss er nicht lange überlegen. "Ja klar, würde ich mit den anderen auch ins Stadion gehen", sagt der 45-Jährige. Ein Wahlkampf auf Augenhöhe also. Dass in Issum für das Amt des Bürgermeisters gleich vier Männer kandidieren, findet der Oermtener gut. "Ich halte Demokratie für eine Möglichkeit, sich was auszusuchen", sagt er. "Ich finde es schade, wenn es wie in Rheurdt, nur einen Kandidaten gibt. Dann hat man ja keine Wahl." Auswahl ist das eine, Alleinstellungsmerkmal das andere. Denn immer wieder wird Bernd Deckers auf seine Wahlplakate angesprochen. Er hat aber gar keine. Stattdessen ist auf dem Plakat Hans-Theo Deckers zu sehen, sein Cousin. "Dabei sind doch Brille und Schnurrbart markant", sagt Bernd Deckers, der beides nicht hat. Dafür hat er es sich zur Aufgabe gemacht, die Bewohner der Gemeinde Issum, und damit die Wähler, zu Fuß zu besuchen. "Ich werde auch ins Wohnzimmer hereingebeten", erzählt er über seine Hausbesuche. Die Gespräche reichen von leichter Plauderei bis zum Austausch über Issums Zukunft. "Ich habe genau zugehört", sagt Bernd Deckers. Zu hören bekommen hat er die Sorge, dass Sevelen ein Schlafdorf werden könnte und die Aufforderung, dass Issum sich nicht verschulden darf. Für das Amt des Bürgermeisters sieht er sich optimal gerüstet. "Ich sehe das Amt aus drei Blickwinkeln", sagt Bernd Deckers. Aus dem des Verwaltungsfachangestellten (ist er aktuell), des Ehrenamtlichen (er war viele Jahre Vorsitzender des Freundes- und Förderkreises Oermter Berg) und als Ratsmitglied.

Das sind die Bürgermeisterkandidaten für Issum FOTO: privat

Aus der CDU ist Bernd Deckers ausgetreten. "Ich bin neutral", sagt der Oermtener und ist überzeugt: "Die Parteilosigkeit wird ein Vorteil werden." Würde er als Bürgermeister gewählt werden, dann fiele seine Reaktion ziemlich emotional aus, ist er sicher. "Ich habe lange darauf hingearbeitet", sagt der Borussia-Fan. Allerdings rechnet er nicht unbedingt mit einem Ergebnis vor seinem 46. Geburtstag am 23. September. "Ich gehe von einer Stichwahl aus", sagt Bernd Deckers. Denn bei vier Kandidaten hat der Wähler in Issum wirklich die Qual der Wahl.

Quelle: RP
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