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Rp-Serie Die Kandidaten
Berthold Perret: Ideen für den Ortskern

Rp-Serie Die Kandidaten: Berthold Perret: Ideen für den Ortskern
Mit Boule-Kugeln kann Berthold Perret umgehen. Schließlich war er mal Präsident des Landesverbands. FOTO: Markus van Offern
Geldern. Als Unabhängiger möchte der 58-Jährige den Chefsessel im Wachtendonker Rathaus erobern. Er hat bereits Kontakte geknüpft, um den "Dornröschenschlaf" in der Niersgemeinde zu beenden. Bei Hausbesuchen von vielen Problemen gehört. Von Michael Klatt

Wachtendonk Berthold Perret verfügt über viele Kontakte. Nach Frankreich. "Ich war in meinem früheren Wohnort Goch mehr als 30 Jahre in der französischen Städtepartnerschaft tätig", berichtet er. Nach Russland. Als Präsident des Boule- und Pétanque-Verbandes NRW besorgte er dem russischen Nationalteam hier für einen Wettbewerb eine Unterkunft und organisierte ein Kulturprogramm. In die Niederlande: Mit einer Staatsbürgerin aus dem westlichen Nachbarland war er 30 Jahre verheiratet. Nach Kolumbien: Seine jetzige Frau stammt von dort, einige Projekte packte er für die Menschen in dem südamerikanischen Land an, sammelte zum Beispiel Spenden für Beinprothesen.

Kontakte knüpft Perret in jüngster Zeit verstärkt zu den Wachtendonkern. Denn als unabhängiger Kandidat will der 58-Jährige Bürgermeister in der Niersgemeinde werden. Dass es dort Handlungsbedarf gibt, erfährt er bei seinen Hausbesuchen, die er auf Einladung abstattet, immer wieder. "Gefühlsmäßig lag ich mit meinen Gedanken zu 100 Prozent richtig", nimmt Perret Bezug auf sein Wahlprogramm. Aber an eine Menge von Problemen, die bei seinen Gesprächen oder in seiner Facebook-Gruppe thematisiert werden, habe er nicht gedacht.

Zum Beispiel an Dinge, die ihm vier Wachtendonkerinnen zwischen 16 und 18 Jahren zwei Stunden lang schilderten. Zwei DIN-A-4-Seiten schrieb er voll, nach und nach würde er die Liste im Falle seiner Wahl abarbeiten wollen. "Alles ohne großen Aufwand möglich", ist sich Perret sicher.

Sein Hauptanliegen ist es, Wachtendonk aus dem "Dornröschenschlaf" wachzuküssen. Der alten Stadt mit den vielen denkmalgeschützten Gebäuden im historischen Ortskern möchte er ein Gesicht verleihen. "Alles wird zugemacht und zurückgebaut", stellt Perret mit Sorge fest.

Nicht zuletzt mit dem Blick auf die Gaststätten, von denen nach seiner Aussage zwei demnächst verloren gehen und zwei weitere auf der Kippe stehen. Am 2. September hat er einen Termin mit dem Eigentümer eines Gebäudes und einer Brauerei, um über das Projekt eines "spätmittelalterlichen Brauhauses" zu diskutieren. "Meine Vorstellung dazu ist, dass ein Gebäude entsteht, dass vom Interieur mit nackten Wänden und robusten, massiven Tischen und Bänken mittelalterlich anmutet." Bei der Brauerei zumindest scheine er mit seinem Konzept "Ein Gesicht für Wachtendonk" auf positive Resonanz zu stoßen. Die Rekonstruierung der Burg nennt er als weiteres Projekt, um Wachtendonk mit spätmittelalterlichem Ambiente gegenüber Straelen und Kempen besser dastehen zu lassen.

Mehr Kaufkraft will Perret in Wachtendonk halten. "Touristen brauchen etwa 30 Minuten, um durch den historischen Ortskern zu bummeln, ohne die Möglichkeit, dort Geld auszugeben." Um das zu ändern, lässt sich der Kandidat von einer Lösung aus dem bretonischen Städtchen La Gacilly inspirieren. Wohnhäuser ließen sich ohne großen Aufwand in Geschäftshäuser verwandeln. Dort würden handgearbeitete Waren verkauft, die in den jeweiligen Häusern hergestellt werden. Dafür will er unter anderem ein weiteres Netzwerk nutzen: Zu Bekannten aus dem Handwerk, die Manufakturen in Wachtendonk ansiedeln könnten.

Dem Gemeinderat attestiert Perret beim Eröffnen von Perspektiven für Wachtendonk Phantasielosigkeit. Ein Indiz dafür ist für ihn der Auftrag an die DSK zum Abhalten einer Zukunftswerkstatt.

Quelle: RP
 
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