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Geldern
Bewegung ins Barbaraviertel bringen

Geldern: Bewegung ins Barbaraviertel bringen
Hermann Hengstermann, Maria Auclair und Willi Theis in ihrem "Revier". Seit der Verein BiB im Barbaraviertel aktiv ist, gibt es hier viele Angebote, die die Menschen wieder zusammenbringen. FOTO: Seybert Gerhard
Geldern. Der Verein BiB ist seit einigen Jahren fester Knotenpunkt im Miteinander des Gelderner Quartiers. Enorm, was die stark angewachsene Gruppe vor allem durch Eigeninitiative für den eigenen Stadtteil auf die Beine gestellt hat. Von Christoph Kellerbach

"Hier im Barbaraviertel gibt es 4300 Einwohner, und es gehört zwar eigentlich zur Innenstadt, aber wir sind der Meinung, dass es schon als Ortschaft gewertet werden sollte. Dann wäre es nämlich die drittgrößte in ganz Geldern", erklärt Hermann Hengstermann vom Vorstand des Vereins "Bürgerinitiative Barbaraviertel" (BiB), der früher bei der Jugendarbeit und der Caritas tätig war.

Mit einem eigenen Mitteilungsblättchen macht der Verein auf seine Angebote aufmerksam. FOTO: Seybert

Er erinnert sich daran, wie Ende 2012 die Initiative entstand: "Damals war das Viertel hier ein reines Wohngebiet. Es gab keinen öffentlichen Raum für Vereine, und die Verbindungen zwischen den Nachbarschaften gingen immer weiter zurück. Friedhelm Appel von der Kirchengemeinde Maria Magdalena, Ernst Heien vom Familienzentrum Caritas-Verband und ich kamen so ins Gespräch und haben einige Zeit später eine Fragebogen-Aktion gemacht, um nach den Wünschen der Anwohner zu fragen. Heraus kam, dass ein Raum für Begegnungen und Gruppen, Aktivitäten unterschiedlichster Art und ein Treffpunkt für Senioren gewünscht wurde."

Im Herbst 2013 wurde ein Treffen im Kolping-Kindergarten einberufen und erst einmal kamen gut zehn Personen. Unter ihnen waren die beiden Lehrer Maria Auclair und Willi Theis, die damals kurz vor ihrer Pensionierung standen, aber nach wie vor ihren Mitmenschen helfen wollten. Schnell waren auch die evangelische Kirche und andere Organisationen zur Stelle, um ihre Hilfe bei weiteren Aktionen anzubieten.

Monatliche Treffen fanden von da an im Kindergarten statt. Man unterhielt sich über die Anliegen der Leute und knüpfte weitere Kontakte und Verbindungen. "Wir sind gestartet mit einem weihnachtlichen Beisammensein und ein paar Fahrradtouren", erklärt Willi Theis. Und Maria Auclair meint, "dass es sehr schnell viele Anregungen gab". Von Französisch- und Englisch-Kursen bis hin zu Treffen für werdende Mütter. "Viele der Aktionen, die jetzt aktuell angeboten werden, sind damals bereits von den Besuchern und Vereinsmitgliedern gekommen und haben sich über die Zeit verwirklicht."

Bei all der Organisation lag eine Vereinsgründung natürlich nahe, und am 27. Oktober 2014 wurde die "Bürgerinitiative Barbaraviertel" eingetragen. In den Vorstand wurden Auclair, Theis und Hengstermann gewählt. Darüber hinaus traten direkt 27 Mitglieder dem Verein bei. Das nächste Ziel war das Finden eines Raumes, in dem von da an die sozialen Verbindungen gebündelt werden konnten. Die Wahl fiel auf die Vernumer Straße 25, wo zuvor ein Pflegedienst gearbeitet hatte. Nach einem Umbau zur Barrierefreiheit, mit viel Eigenleistung der Vereinsmitglieder und Zuschüssen von der Aktion Mensch, zog die Bürgerinitiative im März 2015 ein. "Die Stadt hilft uns bei der Finanzierung, 2015 haben wir von ihr dafür 6800 Euro bekommen", weiß Hermann Hengstermann, dem aber vor allem die Mitglieder am Herzen liegen: "Jeder zahlt im Monat einen Euro. Egal, wer er ist, denn wir wollen, dass jeder Mitglied sein kann. Jeder hat hier gleiches Meinungsrecht, und alle sind auf demselben Level."

Schnell kamen weitere Gruppen zur Bürgerinitiative dazu. "Eine der ersten war das 'Café Memory' für Leute mit Demenz, danach ging es schnell weiter mit Gruppen für Kinder ab einem Jahr, die Sozialhilfe und vielen weiteren", so Auclair. Aktuell gibt es rund 19 Aktionen und über 100 Vereinsmitglieder, die alle aus dem "bib"-Treff heraus agieren. Theis spricht anfängliche Zweifel an: "Natürlich war da zu Beginn die Sorge: Wie kriegen wir das organisiert, und funktioniert das alles überhaupt? Aber ja, es hat geklappt und läuft wunderbar, eben weil sich so viele Leute hier engagieren." Hengstermann hat ein schönes Fazit für das Gelingen des Vereins: "Das Wichtige ist die Eigeninitiative der Menschen, dass sie sich hier einbringen können. Denn wenn Menschen sich verwirklichen können, dann sind sie glücklich."

Quelle: RP
 
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