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Geldern
Bezirksregierung stoppt Realschul-Ende

Geldern: Bezirksregierung stoppt Realschul-Ende
Die Realschule an der Fleuth hat gute Zahlen, daher soll sie weiterlaufen, sagt die Bezirksregierung. FOTO: van Offern
Geldern. Die Düsseldorfer Behörde hat für eine neue Situation bei den Planungen einer Gesamtschule gesorgt. Die Realschule an der Fleuth soll wegen der guten Anmeldezahlen weitergeführt werden, heißt es. Die Stadt muss jetzt neu überlegen. Von Sebastian Latzel

Überraschende Wende bei den Planungen zur Gesamtschule in Geldern: Per Mail hat die Bezirksregierung der Stadt mitgeteilt, dass die Realschule an der Fleuth fortgeführt werden muss. Das Auslaufen der Schule war ein Baustein im Gesamtkonzept für die Gesamtschule. Denn vorgesehen war, dass Realschule und Sekundarschule aufgelöst werden und statt dessen die Gesamtschule entsteht.

"Die Nachricht aus Düsseldorf hat uns komplett überrascht", sagt Bürgermeister Sven Kaiser, der gestern Abend auch den Rat über die neue Entwicklung informieren wollte. Hintergrund ist die aktualisierte Fassung eines Erlasses des Ministeriums, die vor allem Realschulen betrifft. Danach besteht für die Realschule an der Fleuth ein "schulrechtliches Fortführungsbedürfnis". Denn nach den derzeitigen Anmeldezahlen sei davon auszugehen, dass auch in der Zukunft an der Schule eine entsprechende Zahl an Eingangsklassen gebildet werden könne. Kurz gefasst: Weil die Realschule so gut läuft und bei den Eltern beliebt ist, soll sie auch weiterlaufen.

"Alles auf Pause", lautet aus Sicht des Bürgermeisters die neue Situation. Der Workshop, der sich mit der neuen Gesamtschule befassen sollte, wurde bereits abgesagt. Kaiser macht aber deutlich, dass es weiterhin klares Ziel bleibe, eine Gesamtschule in Geldern zu erreichten.

Ärgerlich sei, dass die Eltern jetzt verunsichert würden. Denn zu Ostern hatte die Verwaltung die betroffenen Eltern per Brief informiert, dass geplant ist, Sekundarschule und Realschule an der Fleuth auslaufen zu lassen. "Es wird auf jeden Fall eine neue Information für die Eltern geben. Allerdings muss dazu erst einmal feststehen, welchen Weg wir weiter beschreiten werden", so Kaiser.

Denkbar ist beispielsweise, dass eine Gesamtschule eingerichtet wird und die Realschule weiterläuft. Dann müsste allerdings die Zahl der Eingangsklassen an der Realschule reduziert werden. Die neue Situation kann aus Sicht der Verwaltung nur durch eine erneute Beratung bei der Bezirksregierung und eine aktualisierte Schulentwicklungsplanung gelöst werden. Der Termin mit der Behörde kann allerdings erst in drei Wochen stattfinden.

"Wir sind gespannt, was uns die Bezirksregierung dann sagt", meint Kaiser. Unmittelbar nach dem Gespräch mit der Bezirksregierung soll es eine Sondersitzung des Schulausschusses geben. Klares Ziel sei, eine Entscheidung zum weiteren Vorgehen noch vor den Sommerferien zu treffen.

"Die geänderte Sachlage und der sich ergebende kurze zeitliche Aufschub bieten meiner Meinung nach auch eine Chance", so der Bürgermeister.

Man habe dadurch die Gelegenheit, die Anregungen aus der Infoveranstaltung an der Realschule An der Fleuth und aus der Schulkonferenz der Sekundarschule in die weiteren Überlegungen einfließen zu lassen und zu würdigen, meint Sven Kaiser.

Quelle: RP
 
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