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Heimat genießen - in Straelen
Blumenstadt ist ein guter Ort für Bienen

Heimat genießen - in Straelen: Blumenstadt ist ein guter Ort für Bienen
Es summt und brummt bei Adolf Lange. Der 76-Jährige ist einer derjenigen, die bei der Ambrosius-Bruderschaft dem Hobby der Imkerei nachgehen. Den Verein gibt es seit 200 Jahren. FOTO: privat
Straelen. Seit 200 Jahren gibt es die Ambrosius-Bruderschaft in Straelen. Am Samstag, 24. Oktober, wird gefeiert. Das Imkern erlebt derzeit wieder einen Aufschwung. Denn die schwarz-gelben Honigproduzenten sind ein spannendes Hobby. Von Bianca Mokwa

Honig ist süß, lecker und gesund. Aber damit ist das Bienenwesen noch nicht ganz erfasst. Seit 1815 beschäftigen sich die Straelener in der Ambrosius-Bruderschaft mit diesem fleißigen Tierchen, mit der Aufzucht, der Vermehrung und auch der Apitherapie, "der Apotheke der Bienen". So erklärt es der Vorsitzende von Deutschlands ältestem Imkerverein, Michael Verheyen. Der Veranstaltungstechniker hat 2007 das Imkern für sich entdeckt. 60 Mitglieder hat der Verein mittlerweile. Sie kommen nicht nur aus Straelen, sondern auch aus Geldern, Wachtendonk, Kerken und den Niederlanden.

Vor 15 Jahren stand der Verein vor dem Aus, hatte nur noch vier Mitglieder. "Dann wurde die Werbetrommel gerührt. Der ehemalige Vorsitzende Rolf Krebber hat geworben und interessante Leute für Vorträge gebracht, so wie du das jetzt auch machst", sagt Adolf Lange zu Verheyen. Lange ist 76 Jahre alt und seit zehn oder zwölf Jahren dabei. Wie lange schon, das weiß er nicht genau. Aber an den Anfang kann er sich gut erinnern. Das erste Bienenvolk bekam er von einem Imker, der sich wegen Krankheit nicht mehr darum kümmern konnte. Lange teilt sich das Hobby mit seiner Frau. "Imkern mache ich, die Honiggewinnung meine Frau Marga", sagt der Straelener.

Mit den Bienen änderte sich der Blick. Gerne zitiert er den Nobelpreisträger Albert Einstein, der gesagt haben soll: "Wenn die Bienen sterben, haben die Menschen nur noch vier Jahre." Lange nickt nachdenklich. "Man sieht die Natur mit anderen Augen, wenn man Bienen hat." Zum Beispiel achte er darauf, dass in seinem Garten bienenfreundliche Pflanzen stehen.

Diese Dinge erfahren die Imkerfreunde im Austausch untereinander, bei Vorträgen oder in einem der Kurse, die Matthias Ueberfeld anbietet. Er ist Tierwirt mit Fachrichtung Bienenhaltung. "Er hat das von der Pike auf gelernt", sagt Verheyen. "Weil es sich bei Honig um ein hochwertiges Lebensmittel handelt, sollte man schon einiges auf dem Kasten haben", sagt Ueberfeld. Wer allerdings meint, dass er unter der Arbeit mit einem 50.000 Bienen großen Staat zusammenbricht, der sei eines Besseren belehrt. Vor vier Jahren hat Jürgen Wagenknecht bei Matthias Ueberfeld gelernt. Er ist Herr über acht Bienenvölker, die in seinem Garten stehen. "Einmal die Woche anderthalb Stunden", beziffert er den Zeitaufwand. Zurück bekommt er nicht nur Honig. "Es ist aktive Entschleunigung", beschreibt Wagenknecht die Beschäftigung mit den Bienen. Das Hobby sei ein perfekter Ausgleich zum Beruf. Ein Drittel der Vereinsmitglieder sind Frauen.

Den Namen hat die Amrosius-Bruderschaft von einem Bischof aus Mailand. "Es gibt eine Sage, dass der Bischof als Kind vor dem Verhungern bewahrt wurde, weil die Bienen ihn gefüttert haben", erzählt Lange. Gleich darauf beginnen die Imker zu fachsimpeln. "Der Honig ist dieses Jahr besonders gut. Ist deiner auch so dunkel?", will einer wissen. Die Ambrosius-Bruderschaft ist am Samstag, 10. Oktober, bei den Straelener Herbsttagen vertreten.

Quelle: RP
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