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Gelderland
Boden im Gelderland auf dem Prüfstand

Gelderland: Boden im Gelderland auf dem Prüfstand
Etwa zwei Meter tief wird der Rammstock in den Boden geschlagen. Dazu müssen auch private Grundstücke betreten werden. FOTO: Geologischer Dienst NRW
Gelderland. Wer demnächst zwei Männer mit Hammer und Bohrstock bewaffnet auf einem Feld entdeckt, sollte sich nicht wundern. Sie sind im Auftrag des Geologischen Dienstes NRW unterwegs. Sie nehmen Proben, um das Erdreich zu untersuchen, Von Sebastian Latzel

Acker ist Acker? Von wegen, wie der jeweilige Boden beschaffen ist, kann erhebliche Unterschiede ausmachen. Unterschiede, die bedeutsam sind etwa für die Düngung oder die Wasserwirtschaft. Und damit jeder weiß, wie der Boden wo genau beschaffen ist, gibt es dafür amtliche Kartierungskarten. Problem ist, dass die aktuellen Karten im Bereich zwischen Issum und Kevelaer nicht besonders aktuell sind. Die letzten Untersuchungen liegen bereits rund 40 Jahre zurück. Die Abstände zwischen den Stellen, an denen seinerzeit Proben genommen wurden, sind sehr groß. "Um parzellenscharf Auskunft geben zu können, ist eine Neukartierung nötig", erläutert Dr. Reinhold Roth vom Geologischen Dienst NRW. Die Mitarbeiter beginnen jetzt damit, das Gebiet neu zu untersuchen. Eine Aufgabe, die echte Handarbeit ist. Denn die Experten rammen dazu einen Bohrstock mit einem Hammer in den Boden. Dann wird er gedreht und wieder nach oben gezogen. Da der Bohrstock innen hohl ist, wird bei diesem Verfahren Erde aus dem Boden gezogen.

Anschließend schabt der Geologe mit dem Messer kleine Stücke aus dem oberen Ende des halboffenen Stahlrohres. Die Probe zerkrümelt Roth dann vorsichtig zwischen den Fingern. Das liefert dem Experten ebenso wichtige Hinweise auf die Beschaffenheit wie die Färbung. Von der Probe geht es zum Stift. Die Geologen tragen die Daten bis ins kleinste Detail in eine Liste ein.

Aus dem halboffenen Rohr werden die Proben entnommen. FOTO: Geologischer Dienst

Die Daten werden später farblich in entsprechenden Bodenkarten festgehalten, so dass man sich genau über die Bodenbeschaffenheit informieren kann.

Rund zwei Meter tief reicht der Stab in das Erdreich, Schäden auf der Fläche würden bei diesem Verfahren nicht entstehen, betont Roth. Für die Proben müssen die Mitarbeiter auch private Grundstücke betreten. Dabei handelt es sich vor allem um landwirtschaftliche Flächen, die Stadtgebiete sind ausgeklammert. Die Aktion findet in enger Absprache mit der Landwirtschaftskammer statt. Es habe auch Gespräche mit den Ortslandwirten gegeben. Daher sollte sich kein Landwirt wundern, wenn demnächst ein Trupp mit Hammer und Bohrstock bewaffnet auf seinem Acker unterwegs ist. Eigentlich müssten alle über die Aktion informiert sein, heißt es.

Um diesmal auch eine genaue Karte des Bodens zu bekommen, wird es etwa alle 100 Meter pro Hektar eine Bohrung geben. Die Untersuchungen beginnen in Issum und ziehen sich dann Richtung Winnekendonk. Etwa bis November soll die Aktion laufen. Die Mitarbeiter des Geologischen Dienstes sind übrigens bei fast jedem Wetter im Einsatz. Auch durch Regen lassen sie sich nicht abschrecken. Nur gefroren darf der Boden nicht sein, sonst kann der Bohrstock nicht in die Erde gerammt werden. Aber davon ist ja erst einmal nicht auszugehen.

Quelle: RP
 
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