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Geldern
Breites Bündnis für die grüne Branche

Geldern. Sommertour der Kreis-WfG: In Straelen ist der Sitz des Vereins Agrobusiness Niederrhein. Er baut ein Netzwerk, um Gartenbau und Landwirtschaft in der Region nach vorne zu bringen. Dienstleister und Wissenschaft gehören dazu. Von Michael Klatt

Alles wächst und gedeiht im Versuchszentrum für Gartenbau in Straelen. Und Schritt für Schritt immer größer werden soll auch das Netzwerk, das der Verein Agrobusiness Niederrhein aufbaut. Das erklärte Geschäftsführerin Dr. Anke Schirocki, als gestern die Sommertour der Kreiswirtschaftsförderung (WfG) Station in der Forschungs- und Bildungseinrichtung im Zentrum der Blumenstadt machte.

Auf die große Bedeutung von Gartenbau und Landwirtschaft, den Kernbereichen des Agrobusiness, machte Kreis-Wirtschaftsförderer Hans-Josef Kuypers aufmerksam. "Der Kreis Kleve hat mit 284 Millionen Euro die höchste Bruttowertschöpfung in ganz Nordrhein-Westfalen." Fünf Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Kreis arbeiten in der Landwirtschaft.

Und die grüne Branche soll noch wichtiger werden, wie Anke Schirocki mit der Vision von Agrobusiness Niederrhein verdeutlichte: "Der Niederrhein entwickelt sich bis 2020 zu einer der wettbewerbsfähigsten, nachhaltigsten und entlang der gesamten Wertschöpfungskette innovativsten Gartenbau- und Agrobusiness/Food-Regionen Europas." Das sei die Voraussetzung für die mittelfristige Entwicklung zu einer grenzüberschreitenden Wirtschaftsregion.

Agrobusiness Niederrhein, 2008 als Projekt gestartet und seit 2012 als Verein firmierend, will entscheidend dazu beitragen, dieses Ziel zu erreichen. "Unser Produkt ist Netzwerk", sagte die Geschäftsführerin. Knapp 70 Mitglieder sind der Initiative bisher beigetreten. Darunter befinden sich Vertreter aller Facetten der Wertschöpfungskette: Zulieferer wie die Stadtwerke Nettetal, Produzenten wie der Gutsbetrieb Kalbeck, Logistiker wie Greenport Logistics und Vermarkter wie Landgard in Straelen-Herongen. Komplett wird das breite Bündnis für die grüne Branche und die Plattform für den gegenseitigen Austausch, unter anderem zum Erlangen von Fördermitteln, aber erst mit Dienstleistern wie IT-Firmen, Recyclingbetrieben, Banken und Steuerberatern sowie mit Hochschulen wie der Hochschule Rhein-Waal in Kleve und Fontys in Venlo sowie sonstigen Bildungseinrichtungen. Und ohne Kreise und Kommunen, Kammern sowie berufsständische Vertretungen "wären wir im luftleeren Raum". Der Verein arbeitet laut Anke Schirocki kontinuierlich daran, die Zahl der Partner zu erhöhen.

Längst auch, das Auftauchen von Fontys deutet darauf hin, hat Agrobusiness Niederrhein seine Fühler über sein Stammland - die Kreise Kleve, Wesel, Viersen und Rhein-Kreis Neuss - hinaus ausgestreckt. Neben der deutschen interkommunalen Zusammenarbeit in allen die Branche betreffenden Fragen gibt es Kontakte mit niederländischen Initiativen, zum Beispiel Greenport Venlo und Greenport Gelderland. "Es geht darum zu erfahren, wo was läuft", betonte die Geschäftsführerin.

Werbung für hiesige Produkte macht die Initiative seit drei Jahren durch die Regionalmarke "Natürlich Niederrhein". Landwirtschaftliche Erzeugnisse, die dieses Etikett tragen, müssen mindestens 80 Prozent ihrer Wachstumszeit am Niederrhein verbracht haben, oder es müssen mindestens 80 Prozent der Pflanzenmasse am Niederrhein gewachsen sein. 16 Lizenznehmer gibt es laut Anke Schirocki bisher, vor allem Rosen- und Tomatenproduzenten.

Einige Projekte hat der Verein in diesem Jahr noch vor. So soll ein Internetportal mit Informationen über alle Agrobusiness-Berufe eingerichtet werden. Die Netzwerkveranstaltungen, zum Beispiel Betriebsbesichtigungen, gehen weiter. Ein Projektantrag zur Entwicklung einer grenzüberschreitenden Innovationsregion wird vorbereitet, ebenso einer für den Ausbau der Wissensregion. Und im Januar 2016 ist Agrobusiness Niederrhein auf der Grünen Woche in Berlin.

Quelle: RP
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