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Issum
Brüx als neuer Bürgermeister vereidigt

Issum. In seiner Antrittsrede im Ratssaal war viel von Teamgeist die Rede. Clemens Brüx appellierte an alle Issumer, bei der drängenden Flüchtlingsfrage gemeinsam zu agieren. Vorgeschmack auf arbeitsreichen Job schon erhalten. Von Lutz Küppers

Es ist das Ende seines fünften Arbeitstages. Doch bereits jetzt, wenige Stunden vor seiner Vereidigung im Rat, hat Clemens Brüx einen realistischen Vorgeschmack auf das bekommen, was ihn arbeitsmäßig in den nächsten Jahren erwartet. "Es ist schon eine enorme Informationsflut, die derzeit auf mich einstürzt", sagt der dreifache Familienvater der Redaktion, ehe er sich wenig später in den Ratssaal begibt. Doch dank der funktionierenden Verwaltung breche halt nichts zusammen. Obwohl er, der "neue Mann", da sei, sagt er.

Wenig später ist es dann Realität: Clemens Brüx, der 61-Prozent-Polit-Sieger aus dem ersten Wahlgang, schwört gegen 18.14 Uhr die Formel zur Amtseinführung. Mit fester Stimme verspricht er, sich nach bestem Wissen und Können für das Amt einzusetzen. "So wahr mir Gott helfe", heißt es dann zum Abschluss, ehe Applaus im Ratssaal aufbrandet. Vielleicht auch deshalb, weil Clemens Brüx für den Neuanfang steht. Vielleicht auch, weil er mit so viel Elan an die neue Aufgabe herangeht. Wobei der Eifer so groß ist, dass er als neuer Bürgermeister in den ersten Tagen von der eigenen Verwaltung "zurückgepfiffen" worden ist, wie seine Stellvertreterin Margret Keusen schmunzelnd zum Besten gibt, nachdem sie Brüx den Eid abgenommen hat. Danach rückt sie ihm während einiger persönlicher Worte symbolisch den neuen Bürgermeisterstuhl hin, dem aber die "Rückenlehne zum Ausruhen" fehle, so die CDU-Ratsfrau, die Brüx augenzwinkernd als "Azubi" im Rathaus" bezeichnet. "Ein teurer Azubi", fügt sie unter allgemeinem Gelächter hinzu. Für Brüx kein Problem: Er lacht herzhaft mit.

Als der anschließend seine Antrittsrede hält, ist der Spaß allerdings vorbei. Denn am Beispiel der Flüchtlingskatastrophe und den Folgen für kleine, nicht sonderlich finanzstarke Kommunen wie Issum beschwört Brüx förmlich den Zusammenhalt der Bevölkerung. "Probleme sind aber auch dazu da, sie zu lösen", präsentiert sich der neue Bürgermeister, der sich die Hälfte seiner fünf Arbeitstage mit dem Flüchtlings-Thema befasst hat, optimistisch und kämpferisch: "Lassen Sie uns alle zum Team der Gemeinde Issum werden. Ein Team, wo alle mitmachen. Alle Bürger, egal, woher sie kommen." Auch die Unternehmen und Unternehmer sowie Politik und Verwaltung schließt er ausdrücklich in diese Auflistung mit ein. Auch dem Schubladendenken in der Kommune möchte er eine Abfuhr erteilen.

Im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise hatte Brüx vorher Stellung bezogen: "Natürlich muss auch Deutschland jede Person, die von Krieg und Terror bedroht ist, aufnehmen. Die Betonung liegt auf: Auch Deutschland." Womit er seiner Enttäuschung über eine gemeinsame Lösung im EU-Rahmen erst mal Luft gemacht hatte.

Quelle: RP
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