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Kerken
Bürger warnen vor Parkchaos in Aldekerk

Kerken: Bürger warnen vor Parkchaos in Aldekerk
So soll die neue Sporthalle in Aldekerk aussehen. Die Anwohner glauben, dass Themen wie die Verkehrssituation und die Zahl der Parkplätze bei der Planung bisher nicht ausreichend geprüft worden sind. FOTO: d&b Bau / Schaller Architekten Stadtplaner
Kerken. Schon jetzt sei die Verkehrssituation rund um die Robert-Jungk-Gesamtschule kritisch. Wenn die Halle gebaut wird, eskaliere die Lage. 40 Stellplätze seien zuwenig. Bürgermeister Möcking verweist auf die Prüfung durch die Baubehörde. Von Dirk Möwius

Der Auftrag ist vergeben, im Sommer nächsten Jahres soll alles fertig sein: Eigentlich ist das Thema Sporthallenneubau an der Robert-Jungk-Gesamtschule "durch". Die Anwohner aus dem Bereich Ackermannsfeld lassen jedoch nicht locker. In einem Brief an die Gemeinde und an den Kreis weist Dr. Detlev Schneider aus Sicht der Anlieger auf "Planungsdefizite" hin. Besonders die zukünftige Parkplatzsituation bereitet der Nachbarschaft Sorgen.

Detlev Schneider: "Obwohl die Anwohner grundsätzlich die Erweiterung von Sportstätten in Aldekerk begrüßt haben, wurden die vorgetragenen Argumente des problematischen Standortes nicht gehört oder ignoriert. Nun kommt es bei der Realisierung mitten in einem Wohngebiet aus unserer Sicht zu den befürchteten gravierenden Mängeln." Vor Erteilung einer Baugenehmigung sollten die Behörden sich mit der "unzureichenden Parkplatzsituation" auseinandersetzen. Bereits jetzt sei die Situation bedingt durch die deutlich gewachsene Schule sehr angespannt. Das führe immer wieder zu chaotischen Zuständen vor der Schule. Fahrzeuge parken regelmäßig auf der Straße, der Bushaltestelle und in Querstraßen und behindern die Durchfahrt auch für Rettungsfahrzeuge. Verbunden mit der Schulerweiterung seien keine neuen Parkplätze ausgewiesen worden. Schneider: "Es nur eine Frage der Zeit ist, bis ein Schüler der Grundschule einen Verkehrsunfall erleidet." Bis heute seien zudem keine behinderten-gerechten Stellplätze ausgewiesen.

Die den Bürgern wegen der neuen Turnhalle angekündigte Neugestaltung von 40 zusätzlichen Parkplätzen sei nach der Stellplatzverordnung unzureichend und zudem auf der verfügbaren Fläche nicht realisierbar, ohne dass vorhandene Parkplätze geopfert werden. Schneider: "In einer ursprünglichen Planung waren 70 Parkplätzen vorgesehen. Das wäre angemessen." Ein Aspekt sei auch die Anerkennung des ATV als Landesleistungsstützpunkt für Handball. "Dies ist zwar grundsätzlich zu begrüßen, jedoch wird dadurch natürlich zusätzlicher Stellplatz erforderlich, da zahlreiche Sportler kommen werden und vor Ort parken müssen", so Detlev Schneider. Da auch die Nutzung einer Tribüne in der Halle von bis zu 200 Zuschauern vorgesehen ist, können die geplanten 40 Parkplätze keineswegs ausreichend sein. Zudem hätten auch die beiden Kindergärten kaum Parkplätze und die derzeit nicht genutzte Tennishalle hätte auch nur eine Hand voll ausgewiesener Parkplätze. "Aufgrund dieser problematischen Stellplatzversorgung sehen wir die Verkehrssicherheit rund um die zukünftige Halle mitten in unserem Wohngebiet daher als erheblich gefährdet an", schreibt Schneider.

Weiterer Kritikpunkt sind Lärmbelästigungen. Die Halle soll bis 22.30 Uhr abends genutzt werden, außerdem auch an Sonn- und Feiertagen, insbesondere auch als Wettkampfstelle des ATV. Die Anwohner sehen die "Nachbarschaftsruhe" durch an- und abfahrende Fahrzeuge nach 22 Uhr "erheblich gefährdet". Daher sprechen sie "gemäß der in der Baunutzungsverordnung hinterlegten Wohngebietsfestsetzung" von einem "nicht in einem Wohngebiet verträglichen Betrieb der Sporthalle."

Dritter Schwerpunkt der Kritik ist der Brandschutz. Rund um die Schule gebe schon jetzt oft chaotische Verkehrssituationen. Rettungsfahrzeuge würden in Spitzenzeiten durch parkende Fahrzeuge behindert. Die Zufahrt zum Kindergarten "Spatzennest" sei oft durch parkende Autos blockiert. Schneider: "Da diese Zufahrt als ein wesentlicher Brandschutzweg für die Halle geplant ist, halten wir die Sicherheit des Brandschutzes für nicht gegeben." Die Anwohner bitten, diese drei Punkte vor Baubeginn kritisch zu prüfen. Schneider: "Gern würden wir Anwohner mit den Verantwortlichen vor Ort die Gegebenheiten besprechen und unsere Befürchtungen erläutern."

Bürgermeister Dirk Möcking sagte gestern auf Nachfrage unserer Redaktion, es sei falsch, dass die Argumente der Anwohner "ignoriert" worden sei. Das Gegenteil sei der Fall: Er selbst und die Fraktionen hätten mit Schneider gesprochen. Es habe dadurch Maßnahmen wie eine Schallschutzeinschätzung durch einen Fachplaner und eine Sonnenstandsimulation gegeben. "Es gab wohl selten so viel Bürgernähe wie bei der Vorbereitung dieses Projekts", so Möcking. Zu den aktuellen Kritikpunkten wolle er sich nicht im Detail äußern. Die Verwaltung bereite den Bauantrag vor, dort würden alle Probleme abgearbeitet. Das betreffe auch die Parkplatzsituation. Die Gemeinde halte 40 bis 45, vielleicht auch etwas mehr, für passend. Am Ende entscheide der Kreis als Bauaufsichtsbehörde und werde eine Baugenehmigung gegebenenfalls mit entsprechenden Auflagen versehen.

Quelle: RP
 
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