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Geldern
Bürgerbus Twisteden fährt seit 20 Jahren

Geldern. Die Stimmung ist optimistisch. Die Ehrenamtlichen vom Bürgerbusverein Twisteden feiern am Sonntag ihr 20-jähriges Bestehen. Am 2. Mai 1996 um 14.40 Uhr startete der Bürgerbus zu seiner ersten Fahrt. Seitdem pendelt er zwischen Twisteden und Kevelaer (bis hoch Kevelaer Nord) hin und her. Fahrtbeginn ist um 6.23 Uhr, um 19.28 ist die letzte Tour des Tages beendet. "Bei der Fahrplangestaltung haben wir uns an den Ankunfts- und Abfahrtszeiten der Bundesbahn orientiert", erklärt Klaus Pooch vom Vorstand. Nötig wurde der Bürgerbus, nachdem der öffentliche Nahverkehr wegen der geringen Resonanz den Betrieb auf der Strecke einstellte. "Die Twistedener Bürger haben das nicht hingenommen", sagt Pooch. Damals war die Idee eines Bürgerbusses noch relativ neu. "Wir waren der zehnte Bürgerbus in NRW", blickt Pooch zurück. Mittlerweile gebe es mehr als 120 Bürgerbusse in Nordrhein-Westfalen. Geändert hat sich auch die Einstellung zum Kleinbus. Am Anfang hätten viele nicht verstanden, dass der Bürgerbus für alle ist, nicht nur für Menschen mit Einschränkungen, die nicht mehr so beweglich sind. "Der Bürgerbus ist etabliert und nicht mehr wegzudenken", sagt Klaus Fahrenholz. Er ist seit November 2015 der Vorsitzende und löste damit Pooch nach 20 Jahren ab. Der hatte seit vielen Jahren einen Nachfolger gesucht. "Aber das Amt ist mit sehr viel Arbeit verbunden", sagt der 73-Jährige. "Das nennt sich zwar Bürgerbusverein, ist aber tatsächlich ein kleines Wirtschaftsunternehmen", so Pooch. Das fange bei der Fahrzeugpflege an. "Wenn ein Sportverein ein Fußballspiel verliert, dann ist das so. Aber wenn der Bus nicht fährt, dann hat man ein echtes Problem." Denn dem Bürgerbusverein steht kein Fuhrpark, sondern ein einziges Fahrzeug zur Verfügung. Im Fall der Fälle gibt es einen Ersatzbus.

Fahrenholz kommt übrigens aus Walbeck. "Ich bin aber nicht der einzige Exot", sagt der pensionierte Schulleiter auf die Frage, wie ein Walbecker auf die Idee kommt, in Twisteden Bürgerbusfahrer zu werden. Von einem ebenfalls pensionierten Kollegen habe er davon gehört, außerdem war er 20 Jahre Fachberater für Verkehrserziehung. Das passte.

Fahrer werden übrigens immer gesucht. "Wir müssen auch Springer haben", sagt Peter Brünken vom Vorstand. Voraussetzung sind: Führerschein, mindestens 21 Jahre, arbeitsmedizinische Untersuchung mitmachen und eine Einweisung durch die Niag. Ehrenamtliche Fahrer können sich bei Brünken melden, Telefon 02832 7389, Mail an: PLB.bruenken@t-online.de oder Fahrenholz, Telefon 02831 6413, Mail an: k-fahrenholz@web.de. Übrigens wird schon feste auf das 25-Jährige hingearbeitet.

(bimo)
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