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Geldern
CDU will weniger Busse in der Innenstadt

Geldern: CDU will weniger Busse in der Innenstadt
Auf der Hartstraße kann es schon mal ziemlich eng werden, wenn die Busse sich an den parkenden Autos vorbei schieben. Für die Gäste in Restaurant, Café oder Eisdiele ist das nicht sehr angenehm. Andererseits sollen die Menschen mit dem öffentlichen Nahverkehr auch ins Zentrum kommen. FOTO: Heinz Spütz
Geldern. Die Christdemokraten wollen den Verkehr in der Gelderner City gründlich umgestalten. Sie fordern ein Tempolimit von zehn Stundenkilometern innerhalb der Wälle. Im Busverkehr sollen dort nur noch die Fahrzeuge der Stadtlinien fahren. Von Sina Zehrfeld

Die vielen Busse sollen raus aus dem Stadtzentrum und runter von der Hartstraße, wenn es nach der CDU geht. "Wir möchten, dass die überwiegend vom Schülerverkehr genutzten Regionallinien nicht mehr am Marktplatz vorbeifahren", erklärte der CDU-Fraktionschef Karl-Heinz Lorenz. Denn wer im Café, vorm Restaurant oder der Eisdiele sitzt, für den ist es nicht angenehm, wenn in dichter Folge dicke Busse vorbeidampfen und die Luft verpesten.

Nicht betroffen wären dem CDU-Vorschlag nach die Stadtlinien, also die Busse der SL 1 bis SL 10. Der Geldersche dürfte seine Passagiere also weiterhin an der Markt-Haltestelle herauslassen. Die Niag- und RVN-Busse aber, die sollen über die Wälle ums Stadtzentrum herum fahren und die Fahrgäste dort ein- und aussteigen lassen. Dazu müssten auch neue Haltestellen gebaut werden.

Der Grundgedanke - Schulbusse raus aus der Innenstadt - ist nicht neu. Die CDU bringt ihn alle paar Jahre aufs Tapet.

Zuletzt gab es im Herbst 2016 ein Gutachten zur Sache. Das ernüchternde Ergebnis: Die Neuorganisation würde sich nicht lohnen. Es entstünden beträchtliche Umbau-Kosten, für Fahrgäste und Anwohner würden die Vor- und Nachteile einander aufheben.

Die Politik reagierte schon seinerzeit verhalten auf dieses Fazit. Und jetzt will die CDU Nägel mit Köpfen machen. Für die "Aufenthaltsqualität" in der Innenstadt sei die Änderung "unverzichtbar", argumentiert die Partei. Er habe niemals daran geglaubt, dass die Busse unbedingt mitten durchs Stadtzentrum fahren müssen, um Schüler als Kundschaft in die Fußgängerzone zu bringen, führt Karl-Heinz Lorenz aus. "Bei Hennes und Mauritz werden die jungen Leute nicht deswegen fehlen, weil der Bus am Südwall hält statt am Markt." Nun aber haben sich auch noch die Schul-Standorte völlig verändert.

Haltestellen für die Regionallinien soll es nach der CDU-Idee am Harttor und auf den Wällen geben. Am Südwall wäre eine am Parkhaus vorhanden, in der Gegenrichtung müsste eine eingerichtet werden, "möglichst in Höhe der Gasse, die beim Ratskeller rauskommt", so Lorenz. Auch am Ostwall auf Höhe der Kapuzinerstraße müsste ein neuer Haltepunkt her. "Aber ich denke, dass wir den Straßenraum des Ostwalls sowieso in absehbarer Zukunft neu gestalten", so Lorenz.

Dadurch wäre die Innenstadt auch weiterhin sehr gut erreichbar. "Die genannten Verknüpfungshaltestellen auf den Wällen bedingen in keinem Fall einen weiteren Fußweg als 300 Meter bis zum Markt", heißt es im CDU-Vorstoß. Außerdem sollen alle Haltestellen Knotenpunkte sein, an denen der Umstieg auf die Stadtlinien möglich wäre.

Die CDU will weiter, dass der Bereich innerhalb der "Wälle" zum "verkehrsberuhigten Geschäftsbereich" wird. Es soll dort ein Tempolimit von maximal zehn Stundenkilometern gelten. "Der Hintergedanke ist, den Durchgangsverkehr aus der Innenstadt zu bringen", erklärt Karl-Heinz Lorenz. Die Route am Markt vorbei solle sich nicht mehr als bequeme "Abkürzung" eignen. Derzeit seien auf der Hartstraße viele Autos mit über 50 Stundenkilometern unterwegs. Das sei gefährlich und gerade für die ansässigen Gastronomen mit Tischen im Freien ein Problem.

Nicht zuletzt will die CDU ältere Busse mit schlechten Abgaswerten aus dem Fuhrpark der Stadtlinien verbannen. Neue Fahrzeuge sollen modernen Abgasnormen genügen, ältere bis 2020 ausgetauscht werden. Die Anschaffung von Elektro-Bussen soll geprüft werden.

Quelle: RP
 
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