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Wachtendonk
Chinesin ertrinkt in Blauer Lagune

Wachtendonk: Chinesin ertrinkt in Blauer Lagune
FOTO: Christoph Reichwein
Wachtendonk. Um 10.45 Uhr biegt gestern ein silberfarbener Leichenwagen in die Jülicher Straße. Sein Ziel: die Blaue Lagune in der Wankumer Heide. Die traurige Aufgabe der im Auto sitzenden Männer: der Abtransport einer toten Frau. Es handelt sich um eine 33-jährige Chinesin. Sie wurde am Abend zuvor in dem See Opfer eines Badeunfalls. Von Michael Klatt

Die Frau, die aus China zu Besuch in Deutschland war, wollte am Donnerstagabend schnorcheln gehen. Laut Manfred Jakobi, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde Kleve, war sie in Begleitung eines Bekannten, der sich in die Gaststätte auf dem Badgelände begab, während sich die Frau im Nichtschwimmerbereich befand, wo das Wasser bis zu 1,25 Meter tief und der vom übrigen See durch eine Kette getrennt ist. Nach etwa einer Viertelstunde, gegen 19 Uhr, kehrte der Mann zurück und konnte die 33-Jährige nirgends entdecken. Umgehend informierte er die Verantwortlichen in der Blauen Lagune, die ihrerseits sofort die Rettungskräfte verständigten.

Die DLRG des Kreises Kleve sowie die Feuerwehren aus Nettetal und Heinsberg rückten an. Mit elf Tauchern, drei Booten und zwei Side-Scan-Sonaren, mit denen der Seegrund abgesucht wurde, versuchten die Einsatzkräfte, die Frau zu finden. Ein Rettungshubschrauber kreiste über der Blauen Lagune. Um 2 Uhr wurde die Suche abgebrochen und mit acht Tauchern der DLRG und der Feuerwehr Nettetal sowie einem Hubschrauber um 7 Uhr fortgesetzt. Ein Taucher fand die Tote schließlich um 9.30 Uhr in fünf Metern Tiefe.

Der Fundort ist um einiges entfernt von der Stelle, wo die Frau zuletzt lebend gesehen wurde. "Er befindet sich 15 Meter vom Ufer entfernt", so Jakobi. Nach seinen Angaben ist die Frau beim Schnorcheln ins tiefe Gewässer geraten. Da sie nur geringe Schwimmkenntnisse hatte, sei sie Opfer eines Badeunfalls geworden.

Rund 4000 Badegäste befanden sich am Donnerstag nach Angaben eines Mitarbeiters in der Blauen Lagune. "Wir sind alle geschockt", sagte er.

Gestern Vormittag lenkten wieder viele Fahrer von Autos mit niederländischen Kennzeichen, auch aus Essen, Leverkusen, Oberhausen, Mönchengladbach und Neuss sowie natürlich aus dem Kreis Kleve, ihre Wagen Richtung Blaue Lagune. Doch sie mussten zunächst an einer Polizeisperre umkehren. Einer Radfahrerin aus Venlo erging es nicht anders. "Ausgerechnet heute", äußerten sich vier junge Leute aus Rheurdt und Kamp-Lintfort enttäuscht. Einige, die nach einer anderen Bademöglichkeit in der Umgebung fragten, wurden von den Beamten zum Eyller See geschickt. Auch eine Klasse des Konrad-Adenauer-Gymnasiums aus Kleve, die eine Freizeit in Hinsbeck verbringt, wollte sich in die Fluten stürzen. "Die machen in 20 Minuten wieder auf", wollte ein Vater gegen 10 Uhr wissen.

Doch so schnell ging das allerdings nicht. Erst mussten DLRG und Feuerwehr ihre Boote vom Wasser holen. Und der Leichenwagen hatte die tote Frau wegzubringen. Um 12.30 Uhr wurde der Badebetrieb in der Blauen Lagune wieder aufgenommen.

Quelle: RP
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