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Geldern
Christel Siemes - ein Charakter

Geldern: Christel Siemes - ein Charakter
Der Zustand der Häuser ist unterschiedlich. Teilweise waren ungebetene Gäste da, sie hinterließen Schmierereien und kleinere Zerstörungen. FOTO: Thomas Binn
Christel Siemes ist den Pontern als "spezieller" - um nicht zu sagen, schwieriger - Charakter bekannt. Zeit ihres Lebens betrieb sie Rechtsstreitigkeiten, bei denen es Berichten zufolge um harmloseste Nichtigkeiten und geringe Geldbeträge ging. Ihre Häuser ließ sie angeblich deshalb leerstehen, weil sie mit Mietern durch die Bank unzufrieden war. Zugleich spendete sie viel für caritative Zwecke; in ihrem Nachlass wurden zahllose Quittungen gefunden. "So war Frau Siemes eben", sagt der Ponter Georg Raeth, der sie von Kindesbeinen an kannte. Ganz ergründen werde man ihr Wesen vielleicht nie.

Sie war aus der Kirche ausgetreten. "Es war keine Glaubensfrage", betont Raeth: "Frau Siemes war sehr gläubig." Aber sie habe es nicht eingesehen, Kirchensteuer zu zahlen. Stattdessen vererbte sie eben ihr ganzes Vermögen der Gemeinde. Ihr Wunsch: "Die Kirche soll damit was Gutes tun." Auch die Rechte an einer Familiengrabstätte in Pont ließ Christel Siemes zu Lebzeiten nicht verlängern. Nach ihrem Tod wurde sie daher zunächst auf dem städtischen Friedhof in Geldern bestattet. Nachdem sich aber in ihrem Testament der Wunsch nach einer Ruhestätte in Pont fand, wurde sie im November umgebettet. Die Gemeinde sei dazu nicht verpflichtet gewesen, um das Erbe anzutreten, so Pastor Anrdt Thielen. "Aber das gehört sich einfach so. Das war eine Ponter Bürgerin, und es war ihr Wunsch." Ebenso wollte sie, dass Messen für sie gelesen würden.

Christel Siemes, geboren im Juli 1932, starb im Februar 2015.

(szf)
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