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Wachtendonk
"Currywurst trifft Kaviar" macht Appetit

Wachtendonk: "Currywurst trifft Kaviar" macht Appetit
Das Thema "Edelgastronomie" wurde beim Theaterabend in Wachtendonk humorvoll "durchgekaut". FOTO: seybert
Wachtendonk. Kern der Geschichte: Die Eckkneipe "Warmes Würstchen" macht einen Tag lang auf Edelrestaurant. Auf die Bühne gebracht wurde die Komödie von den Schauspielern des Wachtendonker Theatervereins "Gesellschaft Harmonie" . Von Yvonne Theunissen

In zwei Vorstellungen präsentierte der Theaterverein "Gesellschaft Harmonie 1872" das diesjährige Herbststück "Currywurst trifft Kaviar", eine Komödie in drei Akten von Winnie Abel. Die Spielleitung lag bei Hildegard van Scherrenburg.

Rolf Huyskens, Schriftführer des Theatervereins, versprach: "Die Gäste sollen sich überraschen lassen. Es ist ein sehr tolles Stück. Für mich das Beste seit Jahren." Den rund 100 Besuchern am Samstagabend gab er in seiner Begrüßung mit auf den Weg: "Der Lohn der Spieler ist der Applaus. Wenn es Ihnen gefällt, gut klatschen. Wenn nicht, klatschen Sie trotzdem."

Erna Wutschke (Elke Buschmann) betreibt seit vielen Jahren die Eckkneipe "Warmes Würstchen". Neben den finanziell eher schlecht aufgestellten Stammgästen Sandy Stutzke (Astrid Giesbers), Uwe (Horst Beims) und dem wortkargen Heinrich (Helmut Wicken) verirrt sich selten jemand in das heruntergekommene Lokal.

Um überleben zu können, hat Erna sich Geld von ihrem neureichen Cousin mit gekauftem Adelstitel Prinz Harry von Anhalt (Andreas Ullrich) geliehen. Als Harry kurzfristig seinen Besuch ankündigt, ist Erna in Panik: "Das geht nicht, weil ich ihm erzählt habe, dass ich ein gutlaufendes Edellokal führe." Eine Lösung findet die etwas minder bemittelte Sandy: "Dein Cousin denkt doch, Du hast ein Edelrestaurant. Warum machst Du dann nicht einen Tag auf Edelrestaurant?"

Mit Hilfe der Stammgäste und Ernas liebestollem Verehrer Blümchen (Stefan van Scherrenburg) wird das "Warme Würstchen" in nur einem Tag mit Stuhl-Hussen aus Bettlaken, aus Gärten entwendeten Blumen und adrett gefalteten Servietten zu einem Nobelrestaurant. Aus Backfisch mit Pommes und Tomatenketchup wird "Lachs im Teichmantel mit gestifteten Kartoffeln an Tomatenjus".

Harry und seine "Puppe" Heike (Doro Schröder) scheinen dem neuen Nobelimage auf den Leim zu gehen. Aber als auch noch der Bürgermeister Dieter Döge (Hans-Gerd Wecker), seine Gattin Annabell (Brigitte Held), die sich gerade mit ihrer Modelinie "Alltagsgegenstände neu interpretiert" selbst verwirklicht und die neidische Konkurrentin vom Nobelrestaurant nebenan, Waltraud Schuster (Fine Spachtholz), mitmischen, droht der Schwindel aufzufliegen.

Am Ende des Tages wartet Harry noch mit einer weiteren Bombe auf: "Ich habe klar gemacht, dass eine Restauranttesterin vom Feinschmecker herkommt." Ludmilla von der Steppke (Petra Browatzki) ist erstmal nicht begeistert, kommt nach dem Genuss von Ernas Spezialität Currywurst in ihrer Zeitung aber zu folgendem Schluss: "Ehrliche Küche währt eben doch am längsten."

Das Stück überzeugte mit vielen Witzen und liebevoll gestalteten Details, wie der Modelinie der Bürgermeistergattin mit Absperrbändern und Zeitungshüten. Theken-Urgestein Heinrich sorgte allein mit seiner Mimik für viele Lacher.

Stefan van Scherrenburg, Darsteller und Vorsitzender des Wachtendonker Theatervereins, fasste zusammen: "Es ist viel drin in dem Stück, viele Lachszenen, aber auch viel Handlung. Wir müssen diesmal erstmalig warmes Essen auf der Bühne servieren. Und das ist nicht nur Currywurst." Damit diese Abläufe reibungslos funktionierten, mussten sie besonders gut geprobt werden. Von den Zuschauern wurden die Mühen mit lang anhaltendem begeistertem Applaus belohnt.

Generell machte "Currywurst trifft Kaviar" Appetit. Zum einen auf eine leckere Currywurst, die in der Pause dann passend zum Anlass angeboten wurde, aber auch auf weitere Stücke des Theatervereins. Als nächstes steht am Samstag, 12. November, 15 Uhr die Aufführung "Der Zauberer von Oz" der Wachtendonker Theaterkids des Theatervereins "Gesellschaft Harmonie" in der Gaststätte "Et Fässke" in Wankum auf dem Programm.

Quelle: RP
 
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