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Issum
"Das Bad darf nie zugemacht werden"

Issum: "Das Bad darf nie zugemacht werden"
Schwimmmeister Sebastian Terschüren sitzt entspannt auf einer Bank und schaut den planschenden Badebesuchern zu. FOTO: Thomas Binn (binn)
Issum. Bisher verzeichnete das Hexenland-Spaßbad in Sevelen 15 000 Besucher. Noch sind die Zahlen vom vergangenen Jahr nicht erreicht. Gutes Image und moderate Preise ziehen auch Leute von weiter her an. Ein Tagesbericht. Von Bianca Mokwa

Der Duft von Sonnenmilch liegt in der Luft. Sebastian Terschüren sitzt entspannt auf einer Bank und schaut den planschenden Badebesuchern zu. Es ist nicht allzu viel los im Spaßbad Hexenland in Sevelen, trotz Sonnenscheins. Auch Terschüren hätte beim morgendlichen Blick aus dem Fenster nicht gedacht, dass es noch so ein schöner Tag wird. Als Schwimmmeister hat er nicht nur ein Auge auf die Gäste, sondern auch aufs Wetter. Das Credo ist: Je mehr Sonnenschein an Morgen, desto mehr Besucher.

In diesem Jahr nutzten bereits 15 000 Besucher die Möglichkeit zum Planschen und Schwimmen im Hexenland-Freibad. Damit seien die Zahlen des Vorjahres noch nicht erreicht, erklärt Thomas Schwolow von der Gemeinde Issum. Der bisher beste Tag des Jahres war der 4. Juli mit 1900 Besuchern. Aber es können ja noch ein paar heiße Tage kommen.

Von ein paar Wolken am Morgen hat sich die Familie Brümmer (Wim, Theo, Mutter Gisa, Onno und Vater Erik v.l.) aus Schaephuysen auf jeden Fall nicht abschrecken lassen, das Hexenlandbad in Sevelen zu besuchen. FOTO: Thomas Binn.

Von ein paar Wolken am Morgen haben sich Erik, Gisa, Theo, Wim und Onno auf jeden Fall nicht abschrecken lassen. Die Familie Brümmer kommt aus Schaephuysen und lobt die moderaten Preise. "Als Familie acht Euro für den Eintritt, das ist ungeschlagen", sagt Vater Eric. "In Konstanz haben wir 30 Euro bezahlt", sagt Mutter Gisa. Dafür war der Blick auf den Bodensee inklusive. Zur Entspannung hat die Familie Bücher dabei, aber natürlich lockt vor allem das Wasser. Gut findet der Vater, dass es auch einen hohen Sprungturm gibt, den "Dreier".

Zum ersten Mal einen Platz auf der Liegewiese ergattert haben Sabine Klücken und Nicole Thomas. Sie haben die Kinder samt Freundin eingepackt und sind zu siebt von Tönisberg nach Sevelen gefahren. "In Kempen ist es immer so voll, und Sevelen ist auch günstiger", zieht Sabine Klücken den Vergleich. Weniger voll heißt auch, dass genügend Platz im Wasser ist, um Schwimmringe mitzunehmen oder Wasserfrisbee zu spielen. "Rücksichtnahme, das klappt gut", sagt Uwe Schönhofen. Er muss es wissen, denn er ist Stammgast im Sevelener Freibad. "Das liegt bei mir direkt vor der Haustür, und ich hole mir immer eine Jahreskarte", sagt der 58-jährige Sevelener. Für ihn geht es um den Gesundheitsaspekt. Schwimmen ist eben gut für den Körper, auch wenn er eigentlich lieber taucht. Aber manchmal genieße er es auch einfach, den Leuten zuzuschauen, wie sie Spaß haben. Und dann ist da noch der familiäre Aspekt. "Es gibt viele, die man im Bad einfach wiedertrifft." Oft macht er sich nach Feierabend seine Kühltasche fertig und fährt noch einmal kurz ins Freibad. Aber viel zu essen muss in der Kühltasche nicht drin sein. "Wenn ich die ganze Woche hier wäre, dann würde ich zweimal in der Woche bei Markus Pommes essen, weil die so lecker sind." Zu Saisoneröffnung und -ende, da gönnt sich Schönhofen bei Markus Schulz vom Kiosk auch noch eine Currywurst. Das muss so sein.

Eine andere Besucherin schwört auf den Kaffee aus dem kleinen Büdchen. Sie kennt das Bad in- und auswendig. Seit 50 Jahre kommt sie mit ihrem Mann aus dem Ruhrgebiet nach Sevelen, so lange, wie es den Campingplatz schon gibt. Von da aus sind es nur wenige Schritte bis zum Freibad. "Sevelen ist so super, weil wir auf Heideland Camping machen können. Und das Hexenbad ist einfach toll gepflegt", schwärmt die Seniorin. Während ihre Enkelin Liliana sich noch im Wasser tummelt, kuschelt sich Enkeltochter Larissa zum Aufwärmen ins Handtuch und nennt ihren Grund, warum sie gerne ins Freibad geht: Eis essen.

Für Hanni Jeitner ist das Spaßbad Hexenland so etwas wie eine zweite Heimat geworden. Ihr Mann Walter ist Ausbilder bei der DLRG und einer der vielen wichtigen Ehrenamtlichen, die Wachdienst machen. Sie ist fast jeden Tag im Freibad. "Es ist zum Wohl der Allgemeinheit", sagt sie und zeigt auf die Kinder und Jugendlichen, die im Wasser planschen und die Erwachsenen, die in Ruhe ihre Bahnen ziehen. "Es ist einfach ein Traum hier und darf nie zugemacht werden." Zum Glück stehen da auch schon die nächsten Familien an der Kasse. Es wird wohl doch noch einigermaßen voll werden, im optimalen Lebensraum für Sprungkünstler, Pommesliebhaber und Sonnenanbeter.

Quelle: RP
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