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Straelen
Das Internet in Straelen wird schneller

Straelen. Telekom legt im Frühjahr Glasfaserkabel in der Innenstadt. Schnelleres Surfen für 3900 Haushalte ist ab Herbst möglich. In Auwel-Holt und Broekhuysen hat Inexio den Breitbandausbau bereits vorgenommen. Von Michael Klatt

Unter dem Titel "Integrierte Netz-Strategie" hat die Deutsche Telekom den Breitbandausbau gestartet. Straelen ist ein Teil davon. "Es wird für viele Grundstücke und Gebäude eine Verbesserung geben", sagte Bürgermeister Hans-Josef Linßen, als er im Rathaus mit Telekom-Vertretern die entsprechende Absichtserklärung unterzeichnete. Läuft alles planmäßig, werden rund 3900 Haushalte in der Innenstadt ab dem vierten Quartal schnelleres Internet nutzen können.

Im März oder April will die Telekom mit dem Ausbau beginnen, der etwa drei bis vier Monate dauert. Uwe Abels, kommunaler Ansprechpartner der Telekom in den Kreisen Wesel und Kleve, erläuterte die Einzelheiten. Von der Vermittlungsstelle auf der Bahnstraße werden neue Glasfaserkabel zu 15 Verteilergehäusen verlegt. Die Kästen werden größer als die jetzigen Modelle, denn drinnen muss jede Menge aktiver Technik untergebracht werden. "Dort kommen Server hinein, die die Glasfaser und die bisherigen Kupferkabel verbinden", sagte Abels. Zusätzliche Stromanschlüsse und Lüftung sind zu installieren. Von den Verteilerkästen bis zu den Kunden werden weiter die Kupferkabel genutzt. "Die Infrastruktur beim Kunden bleibt", versicherte Abels. Eventuell werde nur ein neuer Router benötigt.

Bisher erfolgt die Datenübertragung in einer Geschwindigkeit von drei bis 50 Megabit pro Sekunde (MBit/s). Dank der sogenannten Vectoring-Technik sollen laut Abels für etwa 80 Prozent der rund 3900 vom Ausbau erreichten Haushalte künftig bis zu 100 MBit/s möglich sein. Bei den übrigen 20 Prozent hänge die Leistung von der Länge der Leitung ab. Heißt: Je weiter entfernt ein Haus von dem Verteilerkasten ist, desto geringer wird die Übertragungsgeschwindigkeit.

Zufrieden äußerte sich Bürgermeister Linßen, auch wenn das Optimum noch nicht erreicht sei. Unter Laborbedingungen sind laut Abels bei Kupferkabeln bis zu 400 MBit/s möglich, Glasfaser brächten es sogar auf 1000 MBit/s. Wie gesagt, in der Theorie. In der Praxis ist die nächste Beschleunigungsstufe aber schon in Sicht. Für 2017/18 kündigte Abels ein Software-Update in den Servern der Verteilerkästen an. Dann wären bis zu 250 MBit/s möglich. Die Technik, so Abels, werde derzeit entwickelt. Sie muss auch von der Bundesnetzagentur freigegeben werden.

Ihre Breitbandoffensive lässt sich die Telekom nach eigenen Angaben bis Ende 2018 rund zwölf Milliarden Euro kosten. Wie viel in Straelen investiert wird, wollten die Vertreter nicht verraten. Nur, dass die Stadt die Kosten des Ausbaus nicht zu tragen hat. Sie habe zugesagt, die Genehmigungen für den Ausbau zeitnah zu erteilen. Nach dem Ende der Arbeiten soll jeder Anschluss noch einzeln geprüft werden. Auch Produkte anderer Anbieter will die Telekom über das Netz anbieten. Beim jeweiligen Unternehmen ist auf jeden Fall ein neuer Antrag nötig. Abels: "Niemand wird automatisch auf die neue Technik umgestellt."

In Auwel-Holt und Broekhuysen ist der Breitbandausbau durch die Firma Inexio mittlerweile abgeschlossen, wie Wirtschaftsförderer Uwe Bons mitteilte. "Das Licht in der Glasfaser ist geschaltet, schnelles Internet bis zu 100 MBit/s ist dort verfügbar." Bei den Bewohnern, die Vorverträge abschlossen, laufe jetzt die Herstellung der Anschlüsse an. Doch auch jeder andere Interessierte könne noch buchen. Kontakt: www.myquix.de.

Quelle: RP
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