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Gelderland
Das Schokoticket soll teurer werden

Gelderland: Das Schokoticket soll teurer werden
Einsteigen bitte: Zahlreiche Kinder und Jugendliche nutzen dafür das Schokoticket. Doch die festgeschriebenen Beiträge sind nicht kostendeckend, daher sollen sie erhöht werden. FOTO: Gerhard Seybert
Gelderland. Die Schüler-Fahrkarte ist seit der Einführung umstritten. Jetzt machen die Verkehrsunternehmen damit ein Millionen-Minus und wollen mehr Geld. In Geldern wird zudem erwogen, spezielle Vergünstigungen für Eltern abzuschaffen. Von S. Latzel und S. Zehrfeld

Als das Schokoticket vor Jahren flächendeckend am Niederrhein eingeführt wurde, gab es aus vielen Kommunen Kritik. Das Wort von der "Zwangsbeglückung" machte die Runde. Denn für Eltern gibt es keine Alternative zu dem Ticket. Der Vorteil: Schüler können damit auch bis nach Oberhausen oder Duisburg fahren. Der Nachteil: Jeder muss das Ticket nehmen und dafür zahlen, auch wenn er es gar nicht will. Der Festpreis beträgt zwölf Euro im Monat, fürs zweite Kind sind sechs Euro fällig.

Offenbar reicht das nicht, um die Kosten des VRR zu decken. Denn die Verbandsversammlung des Nahverkehrszweckverbandes Niederrhein (NVN) wird sich in ihrer Sitzung am Dienstag, 15. Dezember, im Kreishaus Kleve mit der Frage beschäftigen, ob der Beitrag der Eltern angehoben werden soll.

Die Verkehrsunternehmen fahren nach eigenen Angaben ein Millionen-Minus ein: "Bis heute belaufen sich die entgangenen Einnahmen nur für den VRR auf rund 2,5 bis 3,0 Millionen Euro", heißt es in der Vorlage zu der Sitzung. Deshalb "streben die Verbünde und Verkehrsgemeinschaften in NRW eine Änderung der Schülerfahrtkostenverordnung" an.

Das heißt, die Eigenbeiträge der Eltern sollen erhöht werden. Das bestätigt Sabine Tkatzik, Pressesprecherin des VRR: "Wir hoffen, dass die Grenze des Eigenanteils angepasst wird, um einen höheren Beitrag zur Kostendeckung zu erreichen", sagt sie. Um welche Summe es konkret geht, das ist noch offen.

Ohnehin kann der VRR nicht einfach die Preise erhöhen. Denn der Eltern-Höchstbeitrag ist in der so genannten "Schülerfahrtkostenverordnung" gesetzlich festgeschrieben. Ein Vorschlag für eine Reform der Verordnung liege bereits beim Landesverkehrsministerium, so Tkatzik. Das sei der erste Schritt in einem langen Verfahren, zu dem auch die Diskussion in den Gremien vor Ort gehört. Bei der Verbandsversammlung am Dienstag diskutieren Politiker aus der Region, Landrat Wolfgang Spreen ist Verbandsvorsteher des NVN. Abschließend entscheiden kann die Versammlung aber nichts, das wird später auf Landesebene erfolgen. Vermutlich befasst sich auch der Landtag noch mit dem Thema. Einen Termin für eine mögliche Gesetzesänderung gibt es noch nicht.

Eher schon könnte das Leben für Familien in Geldern teurer werden. Bisher übernimmt die Stadt nämlich die Elternbeiträge nicht nur für Grundschüler und für Familien mit geringem Einkommen, sondern auch für die Kinder der fünften und sechsten Klassen.

Von insgesamt 65.000 Euro, die im Haushalt für 2016 für die Unterstützung beim Schokoticket vorgesehen sind, entfallen etwa 48.500 Euro auf die Fünft- und Sechstklässler. Angesichts der Haushaltslage stellt die CDU diese Praxis infrage. Es wäre zu überlegen, diese "doch sehr freiwillige Leistung" zum Schuljahr 2017/2018 abzuschaffen, regte die Schulpolitische Sprecherin Hauke Sieberichs an. Und Fraktionschef Karl-Heinz Lorenz meint: "Das sind zwölf Euro im Monat, 144 Euro im Jahr." Das sei "normal situierten Eltern durchaus zuzumuten".

Man würde mit der Änderung natürlich nicht die vollen 48.500 Euro sparen. Denn unter den vielen Fünft- und Sechstklässlern gibt es ja auch solche aus finanziell schlecht gestellten Familien, deren Beiträge weiterhin bezahlt würden.

Quelle: RP
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