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Geldern
Denkanstöße fürs Barbaraviertel

Geldern: Denkanstöße fürs Barbaraviertel
Sie erklärten die Ergebnisse im Bib-Treff (v.l.) Willi Theis und Marie Auclair vom Bib-Vorstand, Markus Grönheim von der Stadt Geldern, die Leiterin der Befragung Hedi Overhoff und Hermann Hengstermann, ebenfalls vom Bib-Vorstand. FOTO: szf
Geldern. Wünsche und Sorgen gibt es von Kinderbetreuung bis zu Verkehrsproblemen. Die Fragebögen, die in Teilen von Geldern verteilt wurden, sind ausgewertet. Die Bürgerinitiative Barbaraviertel stellt die Ergebnisse für "ihr" Quartier vor. Von Sina Zehrfeld

Die Menschen im Barbaragebiet wünschen sich mehr Angebote zur Kinderbetreuung abseits der Kita, mehr "Sicherheit und Sauberkeit" in ihrer Gegend und bessere Voraussetzungen, um im eigenen Haushalt alt zu werden. Das sind einige Ergebnisse einer Befragung, die im Sommer durchgeführt wurde. Als "störend" werteten viele die Verkehrssituation, etwa gefährliche Straßenecken oder großes Verkehrsaufkommen.

Große Zufriedenheit gibt es dagegen mit den Einkaufsmöglichkeiten, der Nähe zur Innenstadt und zur Natur und der Anbindung an den Öffentlichen Nahverkehr. Vor allem aber gebe es eine große Verbundenheit der Menschen mit "ihrem" Ort, fasst Hedi Overhoff zusammen, die die Untersuchung geleitet hat: "Mehr als 90 Prozent der Befragten sagen, sie wohnen gerne hier im Barbaraviertel."

Die Initialzündung zur Befragung kam durch die Bürgerinitiative Barbaraviertel (Bib). Die Gelderner "Trias", ein Zusammenschluss aus Stadt, Kirchengemeinden, Adelheid-Haus und Bib, hat das Projekt aufgegriffen und neben dem Barbaragebiet noch in zwei weiteren Gelderner Wohnvierteln durchgeführt.

Ein Knackpunkt ist, dass nur ein geringer Teil der Bürger mitmachte, räumt Hedi Overhoff ein. Im Barbaraviertel wurden die Fragebogen an 1700 Haushalte verteilt, gerade mal 105 kamen zurück. Und es antworteten zwar Menschen aus allen Altersgruppen, aber die 60- bis 79-Jährigen waren mit 54 Prozent mit Abstand am stärksten vertreten. "Es ist als Stichprobe zu werten", beurteilt Overhoff diese Zahlen.

Ein Hemmnis war für viele Menschen wohl der Umfang der Fragebogen. Aber Hermann Hengstermann vom Bib-Vorstand sieht etwas Positives darin: "Ich glaube, die differenzierten Antworten helfen uns mehr, als verkürzte Fragebögen mit pauschalisierten Antworten."

Die Bib-Aktiven lesen aus den Ergebnissen unter anderem heraus, dass mehr generationen-übergreifende Angebote gibt. Ein Anliegen, mit dem man bei ihnen offene Türen einrennt. "Wir reden immer wieder darüber: Wie können wir die jüngere Generationen hier reinkriegen?", sagt Willi Theis vom Vorstand der Initiative. Man werde darüber nun intensiver nachdenken.

Als großes Arbeitsfeld zeigt sich im Thema "Altwerden in den eigenen vier Wänden". Es gebe Bedarf an barrierefreiem Wohnungen, an Hilfen und an Wegen, nachträglich für Barrierefreiheit zu sorgen. Eine Besonderheit im Barbaraviertel ist es, dass zugleich relativ viele Menschen sich einen Umzug ins Altersheim vorstellen können. "Ich weiß von anderen Befragungen - da liegt der Wert halb so hoch", sagt Hedi Overhoff. Die Nähe zum Adelheid-Haus könne da eine Rolle spielen.

Während das Zusammenleben der Generationen durchweg begrüßt wird, bewertet ein Viertel der Antwortgeber das Miteinander der Kulturen als negativ. Das sei wohl "ein gesellschaftliches Spiegelbild", meint Overhoff. "Der überwiegende Teil sieht es als gut und ohne Probleme, ein Teil sieht es negativ."

In Teilen seien die Erkenntnisse aus den anderen untersuchten Bezirken mit denen des Barbaragebietes vergleichbar. "Was störend und als negativ erlebt wird, das wird aber ganz anders wahrgenommen", sagt Overhoff. "Es lohnt sich, da genau hinzugucken." Die "Trias" will die Details dazu im Oktober vorstellen. Außerdem soll es nun noch in den übrigen fünf Wohnbezirken in Geldern-Stadt eine Befragung geben.

Die Aktiven von der Bib finden, dass sie jetzt erstmal Stoff zum Nachdenken haben. "Wir möchten jetzt nicht aus der Hüfte mit irgendwelchen Lösungen kommen", so Hermann Hengstermann. Die Bib werde wohl eine Arbeitsgruppe dafür bilden und der Stadt und anderen Institutionen weiterdenken.

Quelle: RP
 
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