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Geldern
Der Beste in der Optiker-Innung

Geldern: Der Beste in der Optiker-Innung
Urkundlich bestätigt: Michael Sommer besitzt ein Auge für das noch bessere Sehen und Aussehen seiner Kunden. FOTO: Gerhard Seybert
Geldern. Michael Sommer hat unter 118 Prüflingen am erfolgreichsten abgeschnitten. Der junge Gelderner blickt hoffnungsfroh nach vorne. Er soll einmal das väterliche Geschäft übernehmen. Von Michael Klatt

Als Lehrlingswart der Augenoptikerinnung Düssel-Rhein-Ruhr ist Stephan Sommer immer froh über erfolgreiche Menschen. Bei der diesjährigen Lossprechung hatte der Gelderner besonderen Grund zur Freude - und zum Vaterstolz. Denn es war sein Sohn Michael, den er bei der Bestenehrung als Innungsbesten unter 118 Prüflingen auszeichnen durfte. Damit sind die besten Voraussetzungen geschaffen, dass Augenoptik Sommer, seit 1963 in Geldern, als Familienbetrieb in die dritte Generation geht.

Den Berufswunsch Optiker habe er schon immer gehabt, erzählt der 22-Jährige, der seit seinem 14. Lebensjahr selber Brillenträger ist. An der Berufsschule Glockenspitz in Krefeld und in einem Klever Betrieb durchlief Michael Sommer die duale Ausbildung. Dass er nicht bei seinem Vater lernte, erklärt dieser damit, dass der Auszubildende anderswo andere Ideen mitbekomme. "So kann er sich aus beiden Welten das Beste heraussuchen", sagt Stephan Sommer mit Blick auf sein angesammeltes Know-how.

In vielen Bereichen muss der Optiker versiert sein. Neben wirtschaftlichen Fragen wären da das weite Feld der Physik, wo es zum Beispiel um Lichtbrechung und Strahlengänge geht, und natürlich die Medizin, unter anderem mit dem Aufbau des Auges. Viele Formeln bestimmten den theoretischen Teil der Prüfung. Im praktischen Teil musste Michael Sommer eine Bohrbrille anfertigen und ein zweistündiges Verkaufsgespräch führen. Da musste er den Kunden zum Beispiel nach Beruf und Hobby fragen, mit ihm das Glas auswählen, die Brille fertigen und Pflegehinweise geben. "Wir sind eben nicht nur Verkäufer, sondern vor allem Berater", sagt der junge Mann über seinen Berufsstand. "Und wir sind in erster Linie ein mathematisch-technischer Beruf."

Zum 1. August tritt der frischgebackene Geselle in das väterliche Geschäft ein. "Als einfacher Angestellter", wie er betont. Denn er muss Erfahrungen sammeln, im Betrieb ankommen. Erst nach und nach soll er in die künftige Chef-Rolle hineinwachsen. "Wir stehen beide nicht im Stress", betont der 49-jährige Vater mit Blick auf die Zeitabläufe hinsichtlich der Geschäftsübernahme und -übergabe. In zwei Jahren will Michael Sommer seinen Meister machen. Er hofft, das in insgesamt anderthalb Jahren geschafft zu haben.

Die Aussichten für die Branche bewertet der junge Mann als gut. Längst sei die Brille nicht nur Sehhilfe, sondern auch Mode-Accessoire geworden. Kunden kauften gerne auch mehrere Modelle, was es so früher nicht gegeben habe. Und dieser Trend verstärke sich eher noch. Ein weiterer Trend spielt dem Optikergewerbe offensichtlich in die Karten: die verstärkte Nutzung von Tablets, Smartphones und PCs. Laut Stephan Sommer legen Untersuchungen nahe, dass die Stärken der Brillengläser zum Teil dramatisch ansteigen. Auch darum wird sich Michael Sommer kümmern. Mit seinem Bruder Benedict an der Seite, der sich gerade zum Hörgeräte-Akustiker ausbilden lässt.

Quelle: RP
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