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Geldern
Der Kaiser ist in Amt und Würden

Geldern: Der Kaiser ist in Amt und Würden
Gelderns neuer Bürgermeister Sven Kaiser mit Amtskette und Ernennungsurkunde. Sein Stellvertreter Rolf Pennings (links) gratuliert. FOTO: Seybert
Geldern. Bürgermeister Sven Kaiser hat Mittwoch sein Büro um Rathaus bezogen, gestern Abend ist er vereidigt worden. In seiner Antrittsrede sprach er von Offenheit und davon, die Bürger mehr mitzunehmen. Von Sina Zehrfeld

Ein Fluch liegt über den wirklich großen Augenblicken. Bürgermeister Sven Kaisers Zunge stolperte ausgerechnet in der ersten Zeile des Amtseides, den er gestern Abend vor dem Stadtrat und vielen Zuschauern im Bürgerforum ablegte. Doch das war nur ein flüchtiger Moment, und danach ging alles glatt: Vereidigung, großer Applaus, die Amtskette umgelegt, Reden, Glückwünsche aus dem Rat. Später, im Foyer des Bürgerforums: viele Gratulationen durch Zuschauer. Am Mittwoch war Kaiser ins Rathaus eingezogen, mit der Vereidigung ist er nun ins Amt eingeführt.

Die gewonnene Wahl sei für ihn "weit mehr als das Erreichen eines Ziels", sagte Kaiser in seiner Antrittsrede. Sie bedeute für ihn das Versprechen, dass er sich mit seiner Kraft für Geldern einsetzen werde. "Diejenigen, deren Stimmen ich nicht erhalten habe, will ich durch meine Arbeit in den kommenden fünf Jahren davon überzeugen, in Zukunft auch ihr Vertrauen gewinnen zu können", sagte er. Ihm gehe es eben nicht lediglich darum, den Bürgern zu erklären, wie in Rat und Verwaltung geplant und entschieden werde. Er wolle vielmehr die Anregungen der Menschen in die Entscheidungsprozesse hineintragen, beschrieb er.

Auf dem Chefsessel sitzt er seit Mittwoch: Da bezog Kaiser sein Büro im Rathaus. Der Laptop gehört ihm privat, der Dienstrechner ist noch nicht bereit. FOTO: hvs

Sowohl den Bürgern als auch den Politikern versprach er erneut Offenheit und Transparenz. "Alle Entscheidungsträger werden alle Informationen umgehend erhalten", versicherte er. "Darauf können Sie sich verlassen."

Der stellvertretende Bürgermeister Rolf Pennings hatte ihm zuvor in seiner Ansprache eine unkomplizierte Zusammenarbeit mit den Vertretern der Politik in Aussicht gestellt. Er erinnerte an Kaisers Wahlkampfslogan: "Neues Denken - neues Handeln - neues Miteinander." Das finde er gut, lobte er: "Das müssen wir mit Leben füllen." Und beim Erreichen eines "Miteinanders", so Pennings, "dürfen Sie auf die Unterstützung von uns allen vertrauen".

Am Mittwoch hatte Sven Kaiser seinen Dienst im Rathaus angetreten. Es war ein Tag des Kennenlernens. Erst gab's Gespräche mit den Dezernenten, dann startete der neue Bürgermeister einen Rundgang durch die Büros. Nachmittags stand die erste Stabsitzung zur Flüchtlings-Koordination an, danach war die erste Ausschuss-Sitzung vorzubereiten.

Die Kollegen im Rathaus machten es ihm leicht, beschrieb er selbst die Stimmung an seinem ersten Tag. "Man war natürlich etwas aufgeregt. Ist man immer, wenn man einen neuen Job anfängt." Aber der Empfang der Mitarbeiter sei sehr freundlich gewesen: "Die Anspannung ist etwas abgefallen."

Sein Büro sah noch ein bisschen kahl aus: leergeräumte Schränke, der Dienstcomputer noch nicht aufgebaut. Auf der Fensterbank lagen Einsatzjacke und Helm der Feuerwehr - als Bürgermeister ist Kaiser deren oberster Dienstherr. Daneben: der große symbolische Rathausschlüssel. Den könnten die Möhnen erobern wollen. Der echte Rathausschlüssel ist ein auf die Türen programmierter Zugangs-Chip; den bekam Kaiser natürlich auch.

Eine seiner interessantesten nächsten Aufgaben werde es nun sein, sich in die städtischen Finanzen einzuarbeiten, blickte der Verwaltungschef voraus: "Die Haushaltsberatungen stehen ja an." Dafür will er sich fitmachen.

Quelle: RP
 
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