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Gelderland
Der Wahlkampf an der Plakatwand

Die Wahlplakate der Kandidaten
Die Wahlplakate der Kandidaten FOTO: NN
Gelderland. In Geldern und Issum, Wachtendonk und Kerken lächeln die Bewerber von Laternen und Plakatwänden. Sie lassen sich den Wahlkampf auch unterschiedlich hohe Summen kosten. Manche Kandidaten verzichten ganz auf die Poster. Von Sina Zehrfeld, Michael Klatt und Stefan Kriegel

In Geldern liefern sich vier Bewerber das Rennen um den Chefsessel im Rathaus. Doch nur drei von ihnen zeigen dabei ihr Gesicht auf Plakaten im Stadtgebiet.

Hanneke Hellmann, die als unabhängige Kandidatin am Start ist, hat 50 Plakate und ein Großwand-Plakat anfertigen lassen. Die Ausführung lag bei einem Walbecker Unternehmen. Dazu gab's 500 Ansteck-Buttons, 1000 Aufkleber, Flyer, die Touren mit dem Wahlkampf-Doppeldeckerbus und einen Videofilm. Das Wahlkampfbudget von rund 7000 Euro bringt sie selbst auf, "weil ich gespart habe, und ich möchte unabhängig sein und nicht gesponsert werden", so Hellmann.

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Jörg Grahl, gemeinsamer Kandidat von SPD, Grünen, Linken und Piraten, hat zwei mal 90 Plakate unterschiedlicher Designs anfertigen lassen. Hinzu kommt Material wie Wahlkampfbroschüren, Plakatwände, die eigene Zeitung, "Generationenstadt"-Aufkleber und Einladungs-Flyer zu Diskussionsveranstaltungen. Das Wahlkampfbudget liegt bei 11 000 Euro. Die Finanzierung: Etwa 15 Prozent stammt aus Spenden, etwa 25 Prozent zahlt er privat, rund 60 Prozent die Parteien, die ihn tragen. Den Löwenanteil daran übernimmt die Gelderner SPD.

Der CDU-Kandidat Sven Kaiser zeigt sich auf 160 Plakaten und einem Großplakat. Zudem gibt es Werbegeschenke wie Kugelschreiber, Schlüsselanhänger, Seifenblasen für Kinder. Den Slogan "Neues Denken, neues Handeln, neues Miteinander" habe er sich "im Urlaub auf Kreta gemeinsam mit meiner Frau und Freunden überlegt", berichtet er. Das Wahlkampfbudget liege voraussichtlich bei 10 000 Euro - genau sei es noch nicht zu sagen. Den Großteil trägt er selbst, der Rest kommt durch Partei und Spenden.

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Gelderns Bürgermeister Ulrich Janssen, der aus dem Amt antritt, hat sich gegen das Plakatieren an Laternen entschieden. "Hohlkammerplakate sind nicht CO2-freundlich, und wir wollen Klimastadt werden", stellt er fest. Stattdessen gibt es zum Beispiel Zeitungsanzeigen und Werbung auf Bussen. Als Wahlkampfbudget schweben Janssen etwa 12 000 bis 15 000 Euro vor. "Nach dem derzeitigen Stadt werde ich die Kosten wie 2004 und 2009 selber tragen." Gegebenenfalls könnten natürlich Spenden hinzukommen.

Bernd Deckers aus Oermten, der sich als Ex-CDU-Mitglied und nun parteilos um den Posten des Issumer Bürgermeisters bewirbt, hat keine Plakate drucken lassen. Er kündigte jedoch an, 10 000 Euro für Vereine und Verbände in allen Ortsteilen fürs Ehrenamt spenden zu wollen. Er geht jedoch mit eigenem Flyer von Haus zu Haus, Auflage 3500 Stück zum Preis von etwa 400 Euro.

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Die Wahlplakate seines Namensvetters Hans-Theo Deckers hängen bereits in der Gemeinde. Er hat 100 Exemplare drucken lassen, die nicht nur auf zugewiesenen Ständern sondern auch in Schaufensterscheiben einiger Geschäfte kleben. Hinzu kommen noch 1000 Flyer. Der parteilose Kandidat beziffert dafür seine Kosten auf 400 Euro.

Das Wahlkampfteam um Clemens Brüx, der von der SPD und FDP in Issum bei seiner Bürgermeisterkandidatur unterstützt wird, hat die Wahlkampfkosten auf 7000 Euro berechnet. "Das wollen wir aber noch unterschreiten", kündigt der Kandidat an. Zu den gedruckten 100 Plakaten wurden auch noch Kugelschreiber, Visitenkaren, Flyer und Feuerzeuge mit den entsprechenden Schriftzügen erstellt.

Issums CDU-Kandidat Stefan Vester nannte nur diese Zahlen: "Wir sind insgesamt zwei Mal mit Wahlflyern haushaltsdeckend unterwegs und haben und in den Ortschaften 20 bis 30 Plakatständer aufgestellt.

Berthold Perret, unabhängiger Bürgermeisterkandidat in Wachtendonk, hat 40 Plakate für insgesamt 300 Euro drucken lassen. "In einer ortsansässigen Druckerei", wie er betont. Im Internet wäre es zwar billiger gewesen, aber "ich will die Wachtendonker Wirtschaft stützen". Entworfen hat Perret das Plakat selber, wie alle Materialien seines Wahlkampfs. 3000 Exemplare seines zweiseitigen Wahlprogramms will er in den ersten zwei Septemberwochen verteilen, nicht zuletzt, um dem schnellen Vergessen von Menschen entgegen zu steuern.

Der Wachtendonker CDU-Bürgermeisterkandidat Hans-Josef Aengenendt lässt 120 Plakate im Format DIN-A-1 an 60 Standorten platzieren. Das Budget gibt er mit rund 2000 Euro an. 7000 Flyer werden an alle Haushalte in der Gemeinde verteilt. Vor allem kommt es Aengenendt auf das persönliche Gespräch an, teilt er mit. Für den Tag vor der Wahl plant er einen Info-Stand.

Dirk Möcking, der alleine in Kerken antritt, verzichtet dennoch nicht auf einen "Wahlkampf". Dafür hat er 50 Plakate drucken lassen, die an 25 Stellen (beidseitig beklebte Tafeln) in der Gemeinde verteilt werden. Hinzu kommen noch 6000 Flugblätter, die an alle Kerkener Haushalte verteilt werden.

Quelle: RP
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