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Geldern
Der Zoff um Hartefelds Kirmes eskaliert

Geldern: Der Zoff um Hartefelds Kirmes eskaliert
Umzug bei der Hartefelder Kirmes. Die Schützen gehören zu den wichtigsten Akteuren bei der Organisation.
Geldern. Der Vorsitzende der Vereinsgemeinschaft, Gerd van de Kamp, ist am Wochenende zurückgetreten. Anstoß lieferte ihm die St.-Antonius-Schützenbruderschaft. Sie hatte eine Neu-Organisation der Kirmes ohne weitere Diskussion abgelehnt. Von Sina Zehrfeld

Gerd van de Kamp wirft die Brocken hin. Nicht zuletzt, "um ein Zeichen zu setzen, dass man so nicht miteinander umgehen kann", sagt er. Die St.-Antonius-Schützen haben eine neue Organisationsstruktur für die Hartefelder Kirmes abgelehnt, ohne überhaupt noch mal darüber zu diskutieren. Daraufhin ist van de Kamp als Vorsitzender des "Dachverbandes" der örtlichen Vereine, der Vereinsgemeinschaft Hartefeld - Vernum - Poelyck zurückgetreten.

Ihm gegenüber steht Winfried Rinass, Brudermeister der Hartefelder St.-Antonius-Schützen. Er sieht sich und seinen Verein zu Unrecht angeprangert. "Es wird einfach nur auf die Bruderschaft eingehauen", sagt er. Die Vereinsgemeinschaft habe ihre Ziele mit einer "aggressiven Haltung" verfolgt: "Mit diesem Ton kann man doch keinen dafür begeistern, dabei mitzumachen."

Hintergrund allen Ärgers ist ein Vorstoß zur Hartefelder Kirmes. Bislang sind einzelne Vereine im Wechsel die Ausrichter des Volksfestes. Die Vereinsgemeinschaft Hartefeld - Vernum - Poelyck schlägt vor, dass ab 2018 grundsätzlich sie selbst als Veranstalterin auftritt. Dann wäre gesichert, dass es immer eine Kirmes gibt, und die Mitgliedsvereine könnten sich je nach ihren Möglichkeiten einbringen, meint sie. Mehrere Mitgliedsvereine lehnen die Idee ab. Besonders auf die St.-Antonius-Bruderschaft aber kommt es an: Sie ist einer der wichtigsten Akteure rund um die Kirmes.

Bei der Mitgliederversammlung der Schützen vor einer Woche kam das Thema nun final auf den Tisch - final und denkbar kurz. Brudermeister Rinass teilte mit, dass sich der gesamte Vorstand einstimmig gegen die Neugestaltung der Kirmes ausgesprochen habe, und empfahl den Mitgliedern, das ebenfalls zu tun. Stimmzettel für eine geheime Wahl waren vorbereitet, ohne weitere Reden ging es zur Abstimmung. Ergebnis: 32 Mitglieder stellten sich hinter ihren Vorstand, dagegen gab es 13 Nein-Stimmen. Hinzu kamen sechs Enthaltungen, eine ungültige Stimme.

Gerd van de Kamp ist empört darüber, dass die Schützen nicht einmal mehr über die Sache debattiert haben. Ein Vorgang, der auch unter den Mitgliedern der Bruderschaft Irritationen ausgelöst haben dürfte. Im Vorfeld gab es nämlich einige, die um mehr Hintergrundinformation baten. Sogar eine Sondersitzung zum Thema wurde angeregt.

In seinem Rücktrittsschreiben wirft van de Kamp der Bruderschaft vor, sie lasse "jegliche Bereitschaft zu Kompromissen und zur Zusammenarbeit mit den übrigen Vereinen" vermissen. Vor allem aber ist er überzeugt: "Es ging bei dieser Abstimmung nicht mehr um Inhalte. Das wer eine reine Abstimmung gegen die Vereinsgemeinschaft. Daraufhin habe ich gesagt: Daraus ziehe ich die Konsequenzen. So nicht."

Winfried Rinass sieht das anders. Die Vertreter der Vereinsgemeinschaft hätten Druck ausgeübt: "Wir sind dazu gedrängt worden, eine Abstimmung machen zu lassen." Dahinter stecke womöglich ein "Machtspielchen", das nur schlechte Stimmung verbreite. Dass es bei der Versammlung keine Aussprache mehr zum Thema gab, sei allerdings nicht seine eigene Idee gewesen, sondern der Wunsch des restlichen Vorstandes. Begründung: Man würde sich sonst nur "in Diskussionen verstricken". Tatsächlich hätte er persönlich gern noch mal zum Thema informiert, versichert Rinass. "Aber ich bin auch sehr sicher, dass die Abstimmung dann nicht anders ausgegangen wäre."

Am Donnerstag tritt der Vorstand der Vereinsgemeinschaft zusammen. Van de Kamps Stellvertreter ist Willi Laumann.

Quelle: RP
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