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Kerken
Dezentrale Unterbringung für Flüchtlinge in Kerken

Kerken. Vor der Abstimmung über die Standortfrage für 250 zugewiesene Flüchtlinge in Kerken appellierte Bürgermeister Dirk Möcking an die christliche Verantwortung und für die Integration. Für die nach kontroverser Diskussion vorgeschlagene Mischung aus dezentraler Unterbringung als menschenfreundliche Dauerwohnung und Container-Unterbringung in Nieukerk und Aldekerk.

Er könne nachvollziehen, dass sich die Kerkener, insbesondere die direkte Nachbarschaft, sorge, wer da wohl kommt. Andererseits kämen auch diese fremden Menschen mit Sorgen, Schmerz, Problemen und der Hoffnung auf Frieden. Möcking versicherte, nach der Schließung der Via Stenden im Sommer habe die Verwaltung Standorte und Konzepte sorgfältig abgewogen.

Rainer Hufschmidt (CDU) beantragte, nur über den Standort Hubertusstraße in Aldekerk und am Aermen Düwel in Nieukerk abzustimmen. Mit den Gegenstimmen der SPD und zwei Enthaltungen wurde die Verwaltung beauftragt, auf einer gepachteten Fläche an der Hubertusstraße dauerhafte Unterkünfte - angedacht sind Blockhäuser - aufzustellen. In Nieukerk soll eine Containeranlage für rund 60 Personen auf die begrenzte Dauer von einem Jahr aufgestellt werden.

Abgekoppelt von dieser Entscheidung beauftragte das Gremium die Verwaltung, weiter mit der katholischen Kirche bezüglich des Jugendheims Aldekerk zu verhandeln. Das war zuvor noch diskutiert worden. Uwe Priefert (SPD): "Grundsätzliches Interesse für das Jugendheim besteht. Wir würden es gerne abkoppeln von der Flüchtlingsfrage." Bürgermeister Möcking erinnerte: "Die Verwaltung hatte von Ihnen den Auftrag bekommen, aktiv zu werden. Bekanntlich steht das Jugendheim seit drei Jahren zum Verkauf. Jetzt haben wir die Chance, die Rahmenbedingungen und den Verwendungszweck zu klären. Und zwar ergebnisoffen."

Hufschmidt gab zu, dass das Jugendheim von vielen Bevölkerungsschichten vielseitig aktiv als eine Art Begegnungsstätte genutzt werde. "Das Haus hätte Reserven. Der Gedanke hat Charme. Es brennt aber im Moment nichts an."

So viel steht hingegen fest: Bürgermeister Möcking kündigte an, dass die ersten Flüchtlinge binnen kürzester Frist in Kerken eintreffen werden.

(mk)
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