| 00.00 Uhr

Issum
Diamantbestattung - eine Alternative?

Issum: Diamantbestattung - eine Alternative?
Ralf Kloeters vom Bestattungsunternehmen Minten mit einem Einkaräter. Auf dem Bild ist aber kein echter Diamant zu sehen. FOTO: Thomas Binn
Issum. Bestatter Ralf Kloeters erklärt, was es mit der Möglichkeit auf sich hat, einen Edelstein herstellen zu lassen als Erinnerung an Verstorbene. Diese Möglichkeit gibt es bei dem Unternehmen in Sevelen. Von Bianca Mokwa

"Ein Diamant ist unvergänglich" - vielleicht ist es diese romantische Vorstellung, die beides zusammenführt: den Tod eines geliebten Menschen und den Edelstein.

"Jeder Diamant ist so einzigartig wie das Leben. Diamantbestattung - eine besondere Alternative.", so wirbt das Bestattungsunternehmen Minten. Seit fünf Jahren bietet Ralf Kloeters hier die Diamantbestattung an. Eigentlich sei das Procedere immer gleich, sagt der Mann, dessen Hauptsitz des Unternehmens in Kamp-Lintfort ist: Wenn er im Schaufenster offensiv für die Diamantbestattung werbe, gebe es Interesse, die Menschen fragen nach und kommen mit einigen Vorurteilen.

"Viele haben die Vorstellung, sie lassen einen Diamanten aus der Asche des Verstorbenen pressen und haben mit dem Grab nichts mehr zu tun", sagt der Bestatter. "Das ist aber ein Irrglaube, weil nur ein ganz kleiner Teil benötigt wird, um einen Diamanten zu pressen." Außerdem bestehe weiterhin die Bestattungspflicht in Deutschland. Die Asche des Verstorbenen wird in der Urne beerdigt. Dass es eine Bestattungspflicht gibt, findet er gut. "Sonst gäbe es ein heilloses Durcheinander", stellt sich Kloeters vor. Er denkt an eine Familie mit mehreren Kindern und jeder wolle die Asche mit nach Hause nehmen. Dann lieber ein zentraler Platz, zu dem jeder kommen könne.

Sicher spiele auch der Preis eine Rolle, dass bisher noch niemand eine Diamantbestattung gebucht habe. "Bei 4500 Euro geht es los", rechnet der Bestatter vor. Dafür gibt es einen Viertelkaräter. Bei einem Einkaräter spricht er von 14.000 bis 15.000 Euro. Und bei besagten 4500 Euro ist die Beerdigung eben noch nicht erledigt. Hinzu kommen die Beisetzungskosten.

Für das Verfahren, wie so eine Diamantbestattung vor sich geht, greift Kloeters lieber auf die Ausführungen von Wikipedia zurück. Sicher ist, man sollte sich vor der Einäscherung entscheiden, ob ein Diamant entstehen soll oder nicht. Denn die übliche Einäscherung findet bei so hohen Temperaturen statt, dass kein bisschen Kohlenstoff übrig bleibt, aus dem ein Diamant gepresst werden könnte. Aus rechtlichen Gründen wird das Verfahren in der Schweiz ausgeführt. Die Wartezeit für einen Diamanten liegt bei mehreren Monaten bis zu einem halben Jahr, weil der Diamant "wächst".

Eines ist allerdings erforderlich: So schön Verwandte die Vorstellung finden könnten, aus der Asche des Verstorbenen einen Diamanten zu erhalten, den sie im Ring eingefasst oder an einer Kette immer bei sich tragen, ohne die Zustimmung des Verstorbenen geht gar nichts. Der sollte vor seinem Ableben erklärt haben, dass er das gerne möchte.

Kloeters gibt aber zu Bedenken, dass die zunächst sehr romantische Vorstellung, den Verstorbenen immer bei sich zu tragen auf Jahre gesehen auch zu Belastung werden könnte. "Das ist auch nicht jedermanns Sache." Für ihn persönlich wäre das nichts, sagt der Bestatter. "Ich bevorzuge die klassische Art", sagt Kloeters.

Und genau so erlebt er das in seiner Umgebung auch. Deswegen wurde bisher nur immer wieder sehr interessiert nach der Diamantbestattung gefragt, aber keine in Auftrag gegeben. Aber das kann sich mit dem Zeitgeist ja alles noch ändern.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Issum: Diamantbestattung - eine Alternative?


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.