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Geldern
Die Arbeit der Zukunft gestalten

Geldern. DGB lud zum Arbeitnehmerempfang in das Landwirtschaftszentrum Haus Riswick ein. SPD-Bundesministerin Dr. Barbara Hendricks und Kleves Bürgermeister Theo Brauer legten Probleme offen. Kundgebungen am 1. Mai. Von Stephan Derks

Auch wenn die Anzahl derer, die der Einladung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zum Arbeitnehmerempfang auf Haus Riswick in den Klever Ortsteil Kellen gefolgt waren, höchst überschaubar war, so waren die Themen, die im Rahmen der Zusammenkunft behandelt wurden, höchst interessant. Daher ließ sich Rolf Wennekers, Vorsitzender des DGB-Kreisverbandes Kleve, auch nicht von der geringen Besucherzahl beirren, als er sich gerade mit Blick auf den 1. Mai, dem Tag der Arbeit und der Solidarität, durchaus kämpferisch gab.

So wolle der DGB am 1. Mai nur allzu deutlich daran erinnern, dass dieser Tag ein Tag der Gewerkschaften und Arbeitnehmer sei, die nicht unwesentlich am Wohlstand in diesem Lande beigetragen haben und diesen erwirtschafteten. "Hallo Feierabend, bye bye Burnout, bon jour Bildung, buenos dias Wochenende oder tschö Familienfeindlichkeit", gehörten daher nicht nur zu den plakativen Worten des Kreisvorsitzenden, sondern unterstrichen vielmehr das Motto der Gewerkschaftsaktionen: "Die Zukunft der Arbeit gestalten wir".

"Die Rente mit 63 ist ein Stück sozialer Gerechtigkeit. Daher muss endlich damit aufgehört werden, diese mit negativen Elementen zu befeuern", sagte Wennekers. Ähnliches Geschrei gäbe es auch beim Mindestlohn, für dessen Einführung man lange gekämpft habe. Den Mindestlohn griff auch Kleves Bürgermeister Theo Brauer auf. Er prangerte die, so Brauer, damit verbundenen Ungereimtheiten an und forderte, diese offen zu legen. Schließlich habe Arbeit ihren Wert. "Das gilt nicht nur für diejenigen, die jetzt den Mindestlohn bekommen. Das gilt für alle, die jeden Morgen in die Firma oder ins Büro gehen und dort ihr Bestes geben", schloss sich Bundesministerin Dr. Barbara Hendricks an. So profitierten nach Angaben der Ministerin auch viele Unternehmen vom Mindestlohn. Und alle, die bisher schon ihre Leute anständig bezahlten, hätten nun weniger Druck durch Billigkonkurrenz und Lohndumping. Zudem würde die Binnenwirtschaft gestärkt, da die Kaufkraft wachse. Allerdings sei 8,50 Euro Stundenlohn wahrlich nichts, wovon man in Saus und Braus leben könne, sondern schlicht das Mindeste, was ein Arbeitgeber zahlen müsse. Kurzum die Schwelle, unter der nichts mehr gehe. Wichtig sei aber auch, Familien noch mehr zu unterstützen. Und: "Jedes Kind ist gleich viel wert. Wir haben jetzt eine, wenngleich kleine, Kindergelderhöhung durchgesetzt und auch der Kinderzuschlag steigt. Niemand soll zum Sozialamt gehen müssen, nur weil sie oder er Kinder hat", schob die Ministerin nach, der, ebenso wie Bürgermeister Brauer, die Geschehnisse um die Menschen, die in unser Land kommen, um Schutz zu suchen, gleichfalls sehr am Herzen liegt. "Natürlich ist es eine Herausforderung für unsere Städte und Gemeinden, Unterkünfte, Gesundheitsversorgung und Bildung zu organisieren. Sie brauchen daher mehr Unterstützung und dürfen nicht allein gelassen werden", so Hendricks, die weiter dafür kämpfen will, dass der Bund künftig die Kosten der Flüchtlingsunterbringung komplett übernehme.

Am Freitag, 1. Mai, finden in den Städten der Region Kundgebungen, zum "Tag der Arbeit" statt, in deren Mittelpunkt das Thema "Gute Arbeit" steht. Mit Andrea Nahles in Duisburg und Barbara Hendricks in Kleve halten zwei Ministerinnen der Bundesregierung die Mairede und am Bergbau-Standort Kamp-Linfort spricht der Arbeitsminister des Landes, Guntram Schneider, erläuterte der DGB am Rande des Arbeitnehmerempfanges.

Quelle: RP
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