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Geldern
Die Armut im ländlichen Raum

Geldern. Auf seiner Vollversammlung hat sich das Kreiskomitee der Katholiken im Kreisdekanat Kleve dem Thema Armut gewidmet. Das Komitee - das oberste Laiengremium auf Kreisdekanatsebene - griff damit einen Beschluss des Diözesankomitees der Katholiken im Bistum auf. Um die Lage von Familien zu schildern, die von Armut bedroht sind, hatte das Kreiskomitee kurzfristig Theresia Wagner-Richter als Referentin gewonnen. Der eigentlich vorgesehene Theo Heeck hatte aus gesundheitlichen Gründen seine Teilnahme abgesagt.

Die Fakten, die die stellvertretende Vorsitzende des Familienbundes der Katholiken im Bistum Münster nannte, sorgten im Priesterhaus Kevelaer für Aha-Effekte im positiven, vor allem aber negativen Sinne. Denn das Fazit ihres Vortrages lautete: Die Lebensrealität von Familien mit Kindern ist vor allem in der Politik kein Gestaltungsmaßstab.

Eine nicht familienorientierte Arbeitswelt und ein Mangel an Angeboten für Familien erhöhten das Armutsrisiko für viele Eltern mit Kindern, urteilte die Referentin. Ihrem Urteil legte sie das Ergebnis einer Studie der Bertelsmann-Stiftung und des Deutschen Jugendinstitutes (DJI) von 2014 zu Grunde. Unter dem "Titel,Vater, Mutter, Kind? Acht Trends in Familien, die Politik heute kennen sollte" kommt diese Studie zu dem Ergebnis, dass sich Familien in den letzten 20 Jahren verändert hätten, vielfältiger seien, aber die Infrastruktur für Familien nicht mehr zu ihrer Lebenslage passe. Alles in allem habe die finanzielle Notlage vieler Eltern mit Kindern verschiedene Ursachen, erklärte Wagner-Richter. Diese Bedrohungen hatte schon das Diözesankomitee der Katholiken im Bistum Münster - die oberste Laienvertretung im Bistum - zum Anlass genommen, auf seiner Vollversammlung im November 2014 gezielte Forderungen an Politik und Kirche zu richten. Dazu gehören unter anderem die Neuberechnung von Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II/XII für Kinder, die Wiedereinführung einmaliger Beihilfen, eine Erhöhung des Kindergeldes, der Verzicht auf die Anrechnung des Kindergeldes auf das Elterngeld und eine Vereinfachung bürokratischer Verfahren. Edmund Raadts, Vorsitzender des Kreiskomitees der Katholiken im Kreisdekanat Kleve, ist sich sicher, dass die Mitglieder des Kreiskomitees diese Auffassung teilen und sich mit den Problemen der Familien weiter befassen. Wagner-Richter mahnte, dass auch in einem ländlichen Raum wie dem Kreis Kleve Armut allgegenwärtig sei. "Sie tritt nur anders zu Tage, als sie es in Großstädten wie Duisburg tut", hob sie hervor.

Quelle: RP
 
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