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Straelen
Die gelbe Schleife als Abstandswarner

Straelen: Die gelbe Schleife als Abstandswarner
FOTO: Seybert Gerhard
Straelen. Hundetrainer Matthias Winkelmann aus Straelen integriert auch die aus Schweden gekommene Idee in sein Training. Von Monika Kriegel

Eigentlich benötigt der friedfertige, freundliche "Bolle" keine gelbe Schleife mehr. Für unseren RP-Fotografen drapiert Hundetrainer Matthias Winkelmann beim zotteligen Mischling aber eine Farbmarkierung am Halsband. "Das gelbe Band ist grundsätzlich eine schöne Idee, die der Umwelt signalisiert: Mein Hund braucht Abstand - zum Artgenossen oder zum Menschen", erklärt der Straelener. Die Schleifen-Idee namens "Gulahund", die ursprünglich aus Schweden, kommt, hat Winkelmann gerne ins Training seiner Hundeschule übernommen.

Die Distanz könne beim täglichen Gassigehen aus vielerlei Gründen angebracht sein, wie Winkelmann sagt und dann fortfährt: "Es könnte sein, dass der Vierbeiner krank, läufig, im Training, unsicher, ängstlich oder alt und müde ist."

Bolles Besitzerin Yvonne Hendriks beschreibt die besondere Bindung zur Hundeschule in Straelen so: "Auf dem Gelände hier können 30 Hunde rumtoben, aber wenn Matthias den Rasen betritt, erweckt er automatisch Aufmerksamkeit nach dem Motto: Hier kommt der Boss." Matthias Winkelmann kommt in der Regel nicht alleine. Am anderen Ende der Leine hält Appenzeller-Hündin Sally jederzeit Kontakt zum Herrchen. "Durch Sally kann ich den anderen Hund im Sozialverhalten besser lesen und durch sie kann ich mich auf das andere Gespann besser konzentrieren", beschreibt Winkelmann sein Vorgehen. Wer den 59-Jährigen aufsucht, führt einen Vierbeiner, der sich irgendwie ungewöhnlich aufführt, Verhaltensprobleme aufzeigt. Oder ist einen Welpen, der einfach nur spielen will. Oder bleibt ihm treu in Form einer Arbeits- und Agility-Gruppe. Die Spielstunde ohne Coaching ist jeweils donnerstags um 19 Uhr auf dem Platz. Die Welpengruppen seien übrigens die einzigen, die bei ihm zuvor nicht eine intensive Einzelstunde zum Kennenlernen durchlaufen.

"Die Einzelstunde dient dem Kennenlernen. Jeder Hund hat wie der Mensch eine eigene "Persönlichkeit", dessen Signale vom Menschen interpretiert werden können. Dabei helfe ich. Denn gut gemeint ist nicht gut genug in der Beziehung zwischen Mensch und Tier", erklärt der gelernte Elektriker. Und ergänzt: "Hunde sind keine kleinen Menschen in Hundegestalt."

Er selbst habe sein Talent im Umgang anfangs als Praktikant, damals noch mit Hund "Bobby" in einer Hundeschule entdeckt, als Kleinunternehmer begonnen. Inzwischen seien zehn Jahre wie im Nu verstrichen. "Bei mir gibt es keinen Leistungsdruck, keine Prüfung", erklärt Winkelmann sein Gespür für die Vierbeiner. "Ich habe die Leidenschaft, den Hund zu verstehen."

Diese Arbeitsweise bescherte dem Straelener einen stets ausgefüllten Tagesablauf. Und gerade noch einen weiteren Kandidaten fürs Einzeltraining, den er vorstellt: "Dobby" und Katinka Hendrikx. Die junge Mischlingshündin wurde vor gerade einer Woche aus Ungarn gerettet. Der eingezogene Schwanz, Bellen, gehörige Distanz zu Mensch und Tier, alles Verhaltensweisen von "Dobby", die eine nächste Herausforderung, aber keine unlösbare Aufgabe, an den Hundetrainer darstellen. Der Hundetrainer wird sein Bestes geben, dass auch "Dobby" sehr bald ähnlich unbeschwert wie "Bolle" über den Platz toben wird.

Quelle: RP
 
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