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Geldern
Die Jecken jubeln: Der Zug ist gerettet

Geldern: Die Jecken jubeln: Der Zug ist gerettet
Große Freude bei den Narren des KKG: Dank einzelner Spender gibt es 2018 wieder einen Umzug für alle. Ganz links jubelt Fee Christiana Plaumann. FOTO: Kellerbach
Geldern. Binnen kürzester Zeit haben engagierte Bürger die Finanzierung für den Gelderner Karnevalszug 2018 gesichert. Von Christoph Kellerbach

Am Dienstag hat die Rheinische Post berichtet, dass der Gelderner Karnevalszug in Gefahr war. Immer weniger Spenden sorgten dafür, dass die Mitglieder des KKG, des Kinderkarnevals Geldern, die rund 4000 Euro für die Finanzierung nicht mehr zusammenbekamen.

Besonders die Beteiligung der Gastronomie war eigentlich nicht mehr existent, und selbst nach dem Aufruf zur Rettung des Zuges beteiligten sich bislang nur zwei von 40 Betrieben mit einer Spende. "Doch wir haben Massen von Mails und zahlreiche Anrufe von anderen Geldernern bekommen. Die Leute auf der Straße haben mich immer wieder darauf angesprochen", erzählt Fee Christiana Plaumann, die Vorsitzende des Vereins.

Dann kam der Moment, an den sie sich mit einem großen Lächeln erinnert: "Am Dienstag um 14.46 Uhr bekamen wir eine E-Mail, welche den gesamten Karnevalszug 2018 gerettet hat." Wer hatte sich da gemeldet? Was war geschehen? Es war der Apotheker Philipp-Petja Kramer, der Inhaber der Galenus- und Drachenapotheke in Geldern, der mit einer großen Geldspende aushelfen wollte.

"Die Brisanz der Situation hat mich richtig schockiert. Dieses Problem ist etwas, das uns alle in der Stadt betrifft", findet er. "Geldern hat mir persönlich viel ermöglicht, und da muss man auch etwas zurückgeben. Es ist ja noch nicht einmal so unglaublich viel Geld, erst recht nicht, wenn alle Gelderner mitmachen." Es sei schon ein "Armutszeugnis", dass so etwas nicht problemlos über die Bühne gehe. Und er hoffe, "dass jetzt doch eine Scham bei jenen Leuten einsetzt, die auch viel an dem Zug verdienen, aber sich so gar nicht beteiligt haben". Außerdem hat Kramer noch einen ganz persönlichen Grund, den Zug zu sichern. "Okay, ich verrate jetzt mal: Ich bin kein Fan von Karneval, persönlich gehe ich dann rennen", gesteht er. "Aber meine vier Jahre alte Tochter freut sich immer tierisch darauf, und gerade weil hier in Geldern immer viel für die Kinder gemacht wird, sollte man da als Eltern natürlich mithelfen, dass alles funktioniert."

Doch nicht nur Kramer half: Innerhalb von kurzer Zeit gab es noch eine weitere größere anonyme Spende. Zudem hat Gelderns Drachentochter von 2016, Janine Ingenpass, mit Helfern eine Spardosen-Aktion organisiert, die erst einmal bis zum Ende des Sommers läuft, und es gingen noch weitere kleinere Spenden beim KKG ein. "Das erste Mal seit vielen Jahren haben wir frühzeitig alles zusammen und können uns nun ganz auf die Planung konzentrieren", freut sich Fee Christiana Plaumann. "Es ist einfach nur toll." Geld wird weiter gesammelt: Was nicht für 2018 gebraucht wird, kommt auf ein Sperrkonto und wird 2019 verwendet. "Denn wer weiß, ob uns nächstes Mal das Gleiche widerfährt wie in diesem Jahr", so Plaumann.

Auch das für den 19. Juli, 20 Uhr, im Lokal 'Zur Brille' angesetzte Treffen soll stattfinden, nicht nur mit Sponsoren, sondern mit allen Anwohnern, "da wir nun endlich einmal frühzeitig gemeinsam die Gestaltung des Karnevalszuges 2018 in die Hand nehmen können", sagt Plaumann. Ihre Botschaft: "Vielen Dank an alle, die bereits geholfen haben, oder noch helfen wollen."

Kontakt zum Verein gibt es per Mail an info@kkgeldern.de.

Quelle: RP
 
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