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Geldern
Die Marienschule platzt aus allen Nähten

Geldern: Die Marienschule platzt aus allen Nähten
Schulleiterin Angela Hüskes (im Türrahmen) sieht: Es wird wuselig in der Ogata- und Flex-Betreuung, die in der ehemaligen Hausmeisterwohnung läuft. FOTO: Seybert
Geldern. In der Kapellener Grundschule ist der Bereich für die Nachmittagsbetreuung viel zu klein, beklagen Lehrer und Förderverein. Ab August wird's noch voller, und es gibt nicht mal mehr einen Raum fürs Mittagessen. Von Sina Zehrfeld

Wo man hinblickt, es ist zu eng in der Kapellener Marien-Grundschule. 55 Kinder sind im kommenden Schuljahr über Mittag und Nachmittag in der Ogata- oder Flex-Betreuung. Tendenz: steigend. Als Betreuungsräume gibt es die ehemalige Hausmeisterwohnung im Obergeschoss des Schul-Anbaus, die dafür so gut es geht hergerichtet wurde. So gut es geht - das ist erstmal eben nicht besonders gut. "Das ist für 55 Kinder viel zu eng und zu klein", sagt die Schulleiterin Angela Hüskes. "Das geht bis 20 Kinder noch gerade so eben." Nun sieht sie das Ende der Fahnenstange erreicht: "Das ist so nicht mehr machbar." Marion Holbeck, Vorsitzende des Fördervereins der Grundschule, fasst die Lage salopp in Worte: "Wenn Sie mit 30 Kindern im Obergeschoss sind, können Sie Gehörschutz anziehen."

Die Räume sind eng, verwinkelt, haben einen schmalen Flur - sie waren nun mal als Wohnung konzipiert und nicht für Schülergruppen.

Ausweichmöglichkeiten gibt es nicht mehr. "Sie haben wirklich jeden Zentimeter in dieser Schule doppelt und dreifach genutzt", betont Marion Holbeck.

Für die Hausaufgabenbetreuung, zum Basteln und sogar zum Essen werden Klassenräume belegt, erklärt Rektorin Hüskes. In entsprechendem Ambiente: "Die Klassen sind bei uns klein und vollgestopft mit Schulmaterial und Regalen." Aus pädagogischer Sicht sei das Arrangement nicht ideal: "Es soll so sein, dass die Kinder für den Nachmittag Spielbereiche und Ruhezonen haben."

Die nächste große Herausforderung kommt im nächsten Schuljahr: Es gibt keinen Raum fürs Mittagessen mehr. Bisher diente ein Klassenraum mit passend zurechtgeschobenen Tischen als "Mensa". Schon der war nicht groß genug für alle Kinder, die Kleinen aßen nacheinander in "Schichten". Nun aber gibt es ab dem kommenden Schuljahr eine zweite Klasse im Montessori-Zweig der Schule, und dafür wird dieser Raum gebraucht.

Wenn es nach dem Förderverein geht, dann gibt es in den kommenden Jahren einen Anbau. Als erstes aber wünschen sie sich, dass als kurzfristige Maßnahme der Hausmeister-Anbau komplett für die Betreuung hergerichtet wird. Im Erdgeschoss gibt es weitere Räume, die man theoretisch zur Mensa gestalten könnte.

Aber da gibt es zwei nicht gerade niedrige Hürden: Zum einen besteht Unklarheit darüber, ob die Bauvorschriften so einen Ausbau zulassen. Zum anderen wird ein Bereich derzeit vom Verein "Heimatfreunde Kapellen" genutzt. Wo der dann bleiben sollte, ist noch nicht geklärt.

Unterstützer in der Politik gibt es schon: Vor kurzem waren Kapellener Ratsmitglieder und sachkundige Bürger verschiedener Fraktionen zur Besichtigung da. In einem gemeinsamen Antrag fordern diese nun einen Anbau sowie diverse Umbauten und Sanierungsmaßnahmen.

Die Stadtverwaltung möchte die Lage etwas weniger dramatisch sehen. "Wir werden die Situation vor Ort prüfen und sehen: Wie können wir gegebenenfalls organisatorisch helfen?", sagt Dezernent Helmut Holla. Ob man die Räume im Erdgeschoss des Hausmeister-Anbaus zu einer Mensa ausbauen könne, sei nur einerseits eine Frage der Bauvorschriften, andererseits sei auch die Frage, ob der Platz dann ausreichen würde. Und ob nun ein Anbau kommt oder nicht - das müsse die Politik entscheiden.

Allerdings meldeten viele Schulen Platzbedarf an, gab Holla weiter zu bedenken: "Jede Schulleitung versucht natürlich, für ihre Schule Mittel zu bekommen." Und an der Marien-Grundschule hatte es schon bisher 50 Kinder in der Nachmittagsbetreuung gegeben. Es gebe also "im Prinzip eine vergleichbare Situation wie im vergangenen Schuljahr".

Übrigens ist auch die Turnhalle nach wie vor wegen Schäden am Dach gesperrt. Das soll nach den Ferien aber vorbei sein, stellt Helmut Holla in Aussicht: In den Sommerferien rücke der Kran an.

Quelle: RP
 
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