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Kommentar
Die neue Gesamtschule nicht einseitig bevorzugen

Meinung | Geldern. Mit ihrem Kreuzzug gegen die Realschule verhindern Rat und Verwaltung einen fairen Wettbewerb.

Zurecht wächst der Unmut gegen die Schulpolitik in Geldern - auch wenn nicht alle Vorwürfe wirklich fair sind. Aber Rat und Verwaltung sind wegen ihrer einseitigen Fixierung auf die Gesamtschule selbst schuld, wenn sie in den Gegenwind geraten. Wie in der früher vorbildlichen Schulstadt gearbeitet wird, geht so einfach nicht. Ein fairer Wettbewerb aller Schulformen wäre wünschenswert. Dann würden die Eltern mit ihrem Anmeldeverhalten am Ende entscheiden, welche Schulen eine Zukunft haben. Natürlich ist es dann nicht leicht für die Gesamtschule, die nötige Vierzügigkeit zu erreichen, aber doch möglich - wenn genug Eltern so entscheiden. Aus irgendwelchen Gründen glaubt man aber im Gelderner Rathaus, die Gesamtschule habe nur eine Chance, wenn man die Realschule kaputtmacht. Das hat man zuerst mit der Schließung versucht, die jedoch nicht rechtlich durchsetzbar war. Nun versucht man es auf dem Weg, die Realschule so unattraktiv wie möglich zu machen, um die Eltern zu beeinflussen: Wir setzen sie in das schlechtest-mögliche Schulgebäude, dass wir finden können, und wir schränken die Zügigkeit so ein, dass viele Angebote nicht aufrecht erhalten werden können. Ein Plan, ebenso perfide wie leicht durchschaubar. Die Gesamtschule dagegen lädt gleich in die hellen Räume an der Fleuth ein - die übrigens auf Beschluss des Gelderner Rates für die Realschule gebaut worden sind.

Dabei wäre es einfach: Die Gesamtschule kann in den ersten beiden Jahrgängen an jedem freien Standort beginnen, muss nicht zwangsläufig eine andere Schule verdrängen. Ein fairer Wettbewerb der Schulformen ist möglich. Man müsste ihn nur wollen.

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Quelle: RP
 
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