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Geldern
Die Positionen vor der Stichwahl

Geldern: Die Positionen vor der Stichwahl
Gespannt verfolgten Politiker und Bürger am 13. September den Ausgang der Wahl in Geldern. Am Ende war klar: Erst mit der Stichwahl am 27. September entscheidet sich, wer Bürgermeister wird. FOTO: Binn
Geldern. Sonntag geht es um das Bürgermeisteramt. Die FDP sieht Amtsinhaber Ulrich Janssen als Sieger. Hanneke Hellmann und Jörg Grahl werben für CDU-Kandidat Sven Kaiser. SPD, Grüne, Linke und Piraten halten sich zurück. Von Sina Zehrfeld

Wer wird Bürgermeister für die kommenden fünf Jahre? Am Sonntag ist die Stichwahl zwischen CDU-Kandidat Sven Kaiser und Amtsinhaber Ulrich Janssen.

Die beiden ausgeschiedenen Kandidaten für das Bürgermeisteramt, Jörg Grahl (SPD, Grüne, Linke, Piraten) und Hanneke Hellmann (parteilos), haben ihre Meinung kundgetan. Jörg Grahl, der am 13. September auf 23,2 Prozent der Stimmen kam, ist für Sven Kaiser. Geldern könne bei dieser Wahl "auch das verloren gegangene Ansehen in der Öffentlichkeit zurück gewinnen", schreibt er auf seiner Homepage. "Das geht nur mit einem neuen Bürgermeister, der versöhnt statt spaltet."

Hanneke Hellmann, die 8,39 Prozent der Stimmen auf sich vereinte, ist mit einem flammenden Plädoyer an die Öffentlichkeit gegangen: "Geben Sie bitte Sven Kaiser am 27. September Ihre Stimme", spricht sie ihre Wähler an. Derzeit gebe es keine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Rat und Verwaltung, Ulrich Janssen habe "mindestens die Mehrheit der Ratsmitglieder gegen sich", schreibt sie: "Das ist meines Erachtens keine Basis mehr, Politik und Projekte im Sinne von Geldern zu steuern." Sven Kaiser hingegen könne die Menschen zusammenführen. Sie sehe ihn als "authentische Führungspersönlichkeit, der mit seiner Dialogbereitschaft parteiübergreifend dem Wohle Gelderns dienen will" - obwohl er ein CDU-Kandidat sei.

Die SPD hat sich in einer Mitgliederversammlung gegen eine Wahlempfehlung entschieden. Man sei mit Jörg Grahl angetreten, "um einen Politikwechsel in Geldern zu erreichen und den derzeitigen Bürgermeister abzulösen", erklärt der Parteivorstand. "Die Wähler haben dieses Angebot nicht angenommen." Aus diesem Grunde stehe es der SPD nicht an, den Bürgern eine Empfehlung für "den einen oder anderen CDU-Kandidaten" zu geben.

Die letzte Formulierung ist eine Spitze, die auf die Spaltung der CDU abzielt: Immerhin ist nur Kaiser tatsächlich CDU-Kandidat. Ulrich Janssen war es allerdings früher mal, hält an seiner Mitgliedschaft fest und hat viele und auch namhafte Unterstützer in der Partei.

Auch die FDP stand und steht klar hinter ihm. "Das Ergebnis im ersten Wahlgang spricht doch eindeutig für Ulrich Janssen", erklärt der FDP-Ortsverbandsvorsitzende Steffen Feltens. Er sei überrascht gewesen, dass Kaiser am 13. September überhaupt auf dem zweiten Platz gelandet war - er hätte auf Grahl gesetzt. Jedenfalls ist die FDP zuversichtlich: "Ich gehe davon aus, dass Herr Janssen die Wahl gewinnen wird, weil ich ihn für den fähigsten Kandidaten halte", macht Feltens klar.

Grüne, Linke und Piraten sehen von einer Wahlempfehlung ab. Eine persönliche Meinung habe er allerdings schon, fügt Grünen-Ortsverbandssprecher Bernd Bianchi hinzu: Er wäre für Sven Kaiser. "Den kann man ruhig wählen", so Bianchi. Ebenso hält es Die Linke. Es gibt keine Empfehlung, doch Ortsverbandssprecher Benjamin Hinz verkneift sich nicht die persönliche Anmerkung: "Es bestünde am Sonntag die Chance zum Wechsel."

Die Piraten teilen lediglich mit, sie könnten es den Bürgern nicht abnehmen, "sich selbst noch einmal mit beiden Bewerbern intensiv auseinanderzusetzen, um so eine gut durchdachte Entscheidung für den 27. September zu treffen". Man werde mit dem Wahlsieger auf jeden Fall konstruktiv zusammenarbeiten, egal, wer es wird.

Der Appell aller Parteien lautet: Die Bürger sollen am Sonntag zur Wahl gehen. Sie bestimmen Gelderns Zukunft mit.

Quelle: RP
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