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RP-Serie Netzwerk Gesundheit (6)
Die Radiologie - das Herz des Hospitals

RP-Serie Netzwerk Gesundheit (6): Die Radiologie - das Herz des Hospitals
Chefärztin Dr. Cordula Dohmen beim Auswerten von Bildaufnahmen eines Patienten. Dabei ist ihre ganze Aufmerksamkeit gefragt. "Oft sind es winzige Veränderungen, die zu erheblichen Beschwerden führen können", sagt Dohmen. FOTO: Seybert
Geldern. Die Radiologen arbeiten im Hintergrund, doch ihre Bewertungen retten Leben und bereiten Therapie-Entscheidungen vor. Von Monika Kriegel

Geldern Die Abteilung für Radiologie ist eine zentrale Schnittstelle im Gelderner Krankenhaus. Denn hier werden nicht nur Klinikpatienten mittels Röntgenaufnahmen, CT, MRT, Ultraschall oder Szintigraphie untersucht, auch niedergelassene Kollegen überweisen Erkrankte zur Diagnostik in die Clemensstraße.

"Im Jahr 2014 haben wir rund 36 000 Untersuchungen bei fast 20 000 Patienten durchgeführt", erklärt Chefärztin Dr. Cordula Dohmen. Für sie und ihre Kollegen sind damit vielfältige Aufgaben verbunden. "Als Radiologen prüfen wir im Vorfeld, welche Untersuchungsmethode die sinnvollste ist. Im Hinblick auf den Strahlenschutz stellt sich zum Beispiel die Frage, ob man eine dosissparende Röntgenmethode anwenden oder sogar auf das Röntgen verzichten kann", erläutert sie. Alternativ stünden Ultraschall und MRT (Kernspintomographie) zur Verfügung. "Liegen die Bilddaten vor, müssen wir sie prüfen und bewerten. Dazu schauen wir uns jede Aufnahme genau an, suchen nach Abweichungen vom Normalen. Oft sind es nur winzige Veränderungen, die zu erheblichen Beschwerden bei den Patienten führen können." Diese Veränderungen werden schriftlich festgehalten. Für jeden Patienten geht ein detaillierter Befund zum behandelnden Arzt.

Das klingt nach trockener Schreibtischarbeit. Ein Eindruck, den Dr. Dohmen jedoch schnell widerlegt. "Wir haben weniger Kontakt zu den Patienten als die Kollegen aus anderen Fachdisziplinen, das stimmt", erklärt die Fachärztin für Diagnostische Radiologie. Aber: "Zum einen ist unser Aufgabengebiet sehr vielfältig. Wir sehen verschiedenste Erkrankungen, vom einfachen Knochenbruch über Gefäßveränderungen bis hin zu komplexen Organerkrankungen. Zum anderen stehen wir im regen Austausch mit unseren Kollegen aus dem Krankenhaus und aus den niedergelassenen Praxen." Gemeinsam mit den Ärzten des St.-Clemens-Hospitals kommen die Mediziner der Radiologie zu regelmäßigen Bilddemonstrationen zusammen. "Mit einigen Fachabteilungen halten wir tägliche Röntgenbesprechungen ab, mit anderen treffen wir uns einmal in der Woche, um über die Befunde zu sprechen und die weitere Behandlung zu planen", erläutert Dohmen.

Oft seien die Radiologen das Zünglein an der Waage. Sie geben ihre Einschätzung ab, und der behandelnde Arzt entscheidet, ob eine konservative Maßnahme das beste ist, zum Beispiel durch Medikamente oder Physiotherapie, oder ob eine Operation das Mittel der Wahl ist.

Auch mit Kollegen außerhalb des Krankenhauses pflegen die Radiologen regen Kontakt. "Wir beraten zu Fragen des diagnostischen Vorgehens und erläutern die Befunde. Deshalb ist das Telefon neben den medizinischen Geräten und dem PC das wichtigste Hilfsmittel im beruflichen Alltag", sagt Dohmen.

In Einzelfällen erstreckt sich diese medizinische Vernetzung bis ins südliche Rheinland oder in das Ruhrgebiet. Dann nämlich, wenn Patienten zur Weiterbehandlung verlegt werden müssen. "Das ist zum Beispiel bei Notfällen wie Schädelhirnverletzung der Fall", schildert Dr. Dohmen. "Wir fertigen dann ein Schädel-CT an, um dem Neurochirurgen der aufnehmenden Spezialklinik vorab schon konkrete Informationen geben zu können."

So kann Radiologie Leben retten. "Zwar arbeiten wir oft im Hintergrund", lautet das abschließende Fazit der Chefärztin. "Wir sind aber ein wichtiger Baustein für die medizinische Versorgung vieler Menschen in unserer Region."

Quelle: RP
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