| 00.00 Uhr

Kerken
Die zweite Spitze von Via Stenden

Kerken: Die zweite Spitze von Via Stenden
Markus Jansen im Asylbewerberheim Via Stenden in Kerken. Der 29-jährige gebürtige Rheurdter, der heute noch in dieser Gemeinde wohnt, ist mit einem Kollegen nicht nur für die 450 Bewohner der Via Stenden, sondern auch für derzeit 150 Flüchtlinge in Herongen verantwortlich. FOTO: gerhard seybert
Kerken. Markus Jansen vertritt die Bezirksregierung Arnsberg in der Zentralen Unterbringungs-Einrichtung. Zusätzlich mit dem Haus in Herongen ist der Rheurdter derzeit für 600 Asyl-Begehrende verantwortlich. Er kontrolliert das DRK. Von Stefan Kriegel

Die Kompetenzen sind in der Zentralen Unterbringungs-Einrichtung (ZUE) klar abgesteckt. Claudia Burghans und ihre etwa 40 Mitarbeiter kümmern sich in der Via Stenden um das Wohl der derzeit 450 Asyl-Begehrenden (so der Fachausdruck), die dort wohnen. Dazu gehören unter anderem Unterkunft, Verpflegung und Sicherheit (die RP berichtete). Doch sie werden dabei direkt vor Ort kontrolliert. Diese Aufgabe hat Markus Jansen übernommen.

Auf eine Stellenanzeige der Bezirksregierung Arnsberg hat sich der 29-jährige gebürtige Rheurdter, der heute noch in dieser Gemeinde wohnt, beworben und wurde genommen. Er, der eigentlich aus dem Lehramtsbereich kommt, und sein Kollege Wolfgang Janssen sind damit nicht nur für die 450 Bewohner der Via Stenden, sondern auch für die derzeit 150 Flüchtlinge in der ZUE in Herongen verantwortlich. Als Behörde für alle Flüchtlings-Angelegenheiten in Nordrhein-Westfalen fungiert die Bezirksregierung in Arnsberg. Dazu gehört auch Markus Jansen.

Der Rheurdter schildert auch in groben Zügen das Asyl-Verfahren. "In Dortmund oder Bielefeld prüfen die Mitarbeiter das sogenannte Asylbegehren und entscheiden dann, auf welche Bundesländer die Flüchtlinge verteilt werden", erklärt der 29-Jährige. Sollte die Wahl auf NRW fallen, müssen die Mitarbeiter der Bezirksregierung Arnsberg, also auch Jansen, dafür sorgen, dass die Verfahren bei der Zentralen Ausländer-Behörde (ZAB) oder beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) fortgesetzt werden. Dafür muss der Verwaltungsmitarbeiter unter anderem auch sicher stellen, dass die Asylsuchenden mit Bussen zu den entsprechenden Stellen gebracht werden. Dafür ist die Nähe der Via Stenden zur Autobahn 40 sehr förderlich.

Wenn diese Ämter dann die entsprechenden Entscheidungen getroffen haben, werden die Flüchtlinge auf die unterschiedlichen Kommunen in Nordrhein-Westfalen verteilt. Im Augenblick liegt die durchschnittliche Verweildauer der Bewohner in Stenden bei sieben bis zehn Werktagen.

"Wir haben jedoch auch vor Ort noch einige konkrete Aufgaben", verdeutlicht der Mitarbeiter der Bezirksregierung seine Kompetenzen. So würden den Ankömmlingen zum Beispiel Schutzimpfungen gegen Masern, Tetanus oder Röteln angeboten. Außerdem werden sie auf TBC untersucht. Diese Angebote würden von fast allen Flüchtlingen angenommen. Die Qualitätsstandards vor Ort unterlägen einer permanenten Kontrolle.

Auch für planerische Dinge in Stenden zeichnen die beiden Mitarbeiter der Bezirksregierung verantwortlich. Zum Beispiel für einen Bauantrag, der seit wenigen Tagen beim Kreis Kleve vorliegt. Er musste gestellt werden, weil in Stenden Nutzungsänderungen und Umbaumaßnahmen notwendig sind. Sie betreffen beispielsweise die Sanitätsstation und die Küche. Markus Jansen: "Ich gehe davon aus, dass die Genehmigungsbehörde beim Kreis nun relativ zügig über unseren Antrag entscheiden wird."

Er macht in diesem Zusammenhang deutlich, dass er für Fragen der Bürger gerne zur Verfügung steht. Er ist unter Telefon 02933 5747136 zu erreichen. Er schränkt jedoch ein, dass zum Thema Spenden wiederum Claudia Burghans vom DRK unter Telefon 02833 5754009 Auskünfte erteilt.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Kerken: Die zweite Spitze von Via Stenden


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.