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Issum
Diebels-Pils nicht mehr im Fass

Issum. Nach fünfeinhalb Jahren geht ein Teil eines Versuchs zu Ende. Seit wenigen Tagen wird in der Issumer Diebels-Brauerei kein Pils mehr in Fässer abgefüllt. Die Gastwirte können auf Beck's oder Hasseröder umsteigen. Von Stefan Kriegel

Es war ein Ereignis von überregionaler Bedeutung. Mitte Februar 2005 zapfte der damalige Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement vor 2500 Gästen in der Verladehalle der Issumer Brauerei das erste Fass Diebels-Pils an. "Sehr frisch" fand der Pils-Fan damals das neue Getränk. Fast 30 Jahre lang war im Altbierdorf kein Pils mehr gebraut worden. Eine neue Ära sollte beginnen. Das Unternehmen wollte auf ein verändertes Verbraucherverhalten reagieren.

Nur noch in Flaschen

Diese Ära ist zumindest teilweise seit wenigen Tagen beendet. Denn seit Ende September füllen die Mitarbeiter der heimischen Brauerei das goldgelbe Bier nicht mehr in Fässer ab. In Flaschen wird es das Diebels-Pils aber noch weiterhin geben. Claudia Klehr, Pressesprecherin von Inbev Deutschland, bestätigte gestern, dass seit Ende September das Pils in Issum nicht mehr in Fässer abgefüllt wird.

Das Verbraucherverhalten sei von Mitarbeitern des Konzerns untersucht worden. Dabei sei erkannt worden, dass Diebels-Pils vom Fass bei den Kunden nicht mehr gefragt sei. Wie groß der Einbruch bei den Absatzzahlen ist, wollte die Pressesprecherin gestern nicht sagen.

In Diebels-Kneipe gibt es Beck's

Den Kunden, also den Gastwirten, werde jetzt die Umstellung von Diebels-Pils auf Beck's oder Hasseröder angeboten. Sie versicherte jedoch, dass es die erst vor gut fünf Jahren eingeführte Biersorte weiterhin in Flaschen geben werde. "Damit ist auch sichergestellt, dass Diebels-Pils in Issum auch weiterhin gebraut wird", erklärte die Pressesprecherin aus Bremen. Roland Alexander Rinio, Betriebsleiter der Gaststätte "Diebels Live", direkt neben der Brauerei gelegen, hat seine Infrastruktur bereits auf andere Fässer umgestellt.

"Jetzt biete ich hier Beck's vom Fass an", berichtet der Gaststätten-Chef. Denn Becks werde auch in Issum gebraut, Hasseröder nur in Wernigerode. Damit wird jedoch Diebels-Pils in der Hausgaststätte der Brauerei überhaupt nicht mehr angeboten. Sowohl das Diebels-Alt als auch das Diebels-Pils gab und gibt es im "Diebels Live" nicht in Flaschen. Als sehr schade habe es ein Teil seiner Kunden empfunden, dass es kein helles Diebels mehr gibt", erzählt Roland Alexander Rinio.

Erste Gaststätte, die Diebels Pils am Zapfhahn hatte, war 2005 der "Schwarzbrenner" in Geldern. Bis heute wird dort das Pils aus Issum ausgeschenkt. "Ich habe jetzt noch so viele Fässer, dass ich meine Kunden weitere 14 Tage mit diesem Getränk versorgen kann", berichtet Pächter Detlef Molderings. Dann muss auch er auf eine andere Pilssorte wechseln.

Quelle: RP
 
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